Hospitalkirche

Die "neue" Hospitalkirche

Der 5. März 2017 markiert für die Hospitalkirche, die Hospital- kirchengemeinde den Beginn einer neuen Ära. Nach längerer Schließzeit, in welcher unter der Leitung des Architekten Arno Lederer die Kirche saniert, renoviert und maßgeblich umgestaltet wurde, präsentiert sich der Kirchenraum in hellem Licht, mit neuer Bestuhlung, neuem Altar und Ambo und vielen anderen sehr beeindruckenden Neuerungen.

Dies war Anlaß, der Geschichte der Kirche seit ihrer Erbauung Ende des 15. Jahrhunderts - insbesondere der letzten 100 Jahre - nachzugehen, somit auch die Periode 1960 (Fertigstellung Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg) bis 2017 als eine nunmehr beendete Epoche einzuordnen - wenngleich mit dem Wieder- aufbau 1959/60 sehr bedeutsame Entscheidungen zur heutigen Gestalt getroffen wurden.

Es werden hier eine Reihe von Dokumenten aus dem 19. und 20. Jahrhundert verfügbar gemacht. Dazu auch die umfangreichen Texte, die im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung / Fest- gottesdienst am 5.3.2017 erschienen sind.

Inhalt

Zeittafel 1460 - 1904 / 1917 - 2017
Texte Quellen · Web Links
Außen 1 + 2
Außen 3 Reformationsdenkmal · Historische Dokumente
Außen 4 Innenhof; Taufstein u.a.
Außen 5 Innenhof bei Nacht
Außen 6 Der Turm
Exkurs: Historische Dokumente und Bilder
Innen heute 1
Innen 2 · Altar, Ambo, Taufschale · Historische "Vasa sacra"
Innen 3 · Kreuzigungsgruppe von Hans Seyfer von 1503
Innen 4 · Farb-Licht-Spiele im Chor und auf der Kreuzigungsgruppe
Innen 5 · Die Fenster
Innen 6 · Kreuzgewölbe-Schlußsteine
Innen 7 · Dannecker - Christus
Innen 8 · Grabdenkmale & Epitaphien in der Kirche
Innen 9 · Steindenkmale in den Vorhallen und Treppenhäusern
Innen 10 · Die Orgel
Innen 11 · Treppenhaus · Glocken · Dachstuhl · Turmsicht
12 · Aus der Arbeit der Werkstätten und Firmen 2017
13 · Grabmale u.a. im Lapidarium Stuttgart
14 · Epitaphien aus der Hospitalkirche im Stadtmuseum Stuttgart
15 · Bücher & Publikationen, Dokumente & Zeitungsartikel
16 · Die neue Hospitalkirche: Gottesdienst & Festakt am 05.03.2017 · Broschüre · Foto
17 · Bilder aus der Hospitalkirche vor der Renovierung
Danksagung
Impressum

Graf Ulrich V. der Vielgeliebte

Ulrich V. und seine Ehefrauen: Margarethe von Cleve, Elisabeth von Bayern-Landshut, Margarethe von Savoyen. Aus der Stuttgarter Stiftskirche, um 1470/1480

Die beiden Seitenflügel zeigen den Stifter des Altars, Graf Ulrich V. den Vielgeliebten (reg. 1419/33-1480), und seine drei Frauen in Grün Margarethe von Cleve († 1444), in Rot Elisabeth von Bayern († 1451), und in Violett Margarethe von Savoyen († 1479). Sie sind kniend der Mitte zugewandt, wo das verlorene Mittelstück den Gegenstand ihrer Anbetung enthielt. Die Personen sind im Typus von Stifterbildnissen wiedergegeben. Doch sie haben die untere Ecke verlassen und nehmen selbstbewusst die ganze Bildfläche ein. Die vier Wappen- schilde im Vordergrund weisen den Betrachter deutlich darauf hin, dass der Württemberger vornehm genug war, gleich dreimal eine Frau aus einem fürstlichen Haus zu heiraten. Die beiden Tafeln sind in der Schausammlung "LegendäreMeisterWerke" im Alten Schloss Stuttgart ausgestellt.
Beschreibung von Gerhard Raff (in Schwäbisch) zum Download
Quelle: Wikipedia Commons - Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“ | Datum: 29. Dezember 2015, 11:57:35 | Quelle: Eigenes Werk | Urheber: Wuselig

Klick ins Bild vergrößert

Stuttgart, Chor der Stiftskirche, Grafenstandbilder von Sem Schlör (ab 1576 entstanden zum Ersatz der ursprünglichen Epitaphe der in der Stiftskirche beigesetzten Grafen von Württemberg) Figur 10: Ulrich V. der Vielgeilebte († 1480)

Quelle: Wikipedia Commons - Lizenz „Namensnennung 3.0 nicht portiert“ | Datum: April 2011 | Quelle Eigenes Werk (own photograph) | Urheber Photo: Andreas Praefcke

Zeittafel Hospitalkirche 1460 - 1904

Hk = Hospitalkirche

1460

Turniervorstadt (Graf Ulrich V. von Württemberg)

1471

Beginn (Neubau) der Kirche „Unserer lieben Frau und St. Ulrich“ (Alberlin Jörg)

1473

Gründung Dominikanerkloster

1479

Fürstenstand (Graf Ulrich)

1489

Altaraufsatz - Stiftung des Jörg von Sachsenheim

1493

Vollendung der Hk (Conrad von Gundelsheim)
1710 Sitz- & 800 Stehplätze
Fertigstellung des Chorgestühls (=> 1943 / 1950)

05.02.1536

Aufgabe des Klosters, Umwandlung zum Bürgerhospital
Liebfrauenkirche => Hospitalkirche

1612

1. Orgel in der Hk (Karl Schott)

1730 - 1738

Turm mit Glockenstuhl (statt Dachreiter)

1746

Stilllegung des Spitalkirchhofs

1806

Ernennung zur Parochialkirche (Taufen, Hochzeiten)
Taufstein => 2015

1821 / 1822

Langhaus Einbau hölzerne Kreuzgewölbe und hölzerne Emporen

1894

Schließung des Hospitals (Bürgerhospital), dafür Stadtpolizei

1895

Kreuzigungsgruppe von Hans Seyfer (1501) von Leonhardskirche => Hk Vorraum, 1905 unter den Triumphbogen der Hk (ohne Maria & Johannes), 1951 in Chorraum hinter dem Altar (mit Maria & Johannes)

1903 / 1904

Sanierung der Hk

Zeittafel Hospitalkirche 1917 - 2017

 

Hk = Hospitalkirche

1917

Reformationsdenkmal von Jakob Brüllmann

1921

2. Orgel (Fa. Weigle)

1942 / 1943

Altaraufsatz Jörg von Sachsenheim durch Baurat Zacharias Schäffer zur Sicherung in die innere Südwand der Hk eingemauert

1943

Chorgestühl in Thomaskirche Kaltental

12./13.09.1944

Zerstörung der Hk

1950 ?

Chorgestühl in Leonhardskirche

1951

Freilegung der Kreuzigungsgruppe

1955

Altaraufsatz Jörg von Sachsenheim  Lapidarium

1957

Baubeschluß Hk

Sommer 1958

Baubeginn Hk

23.11.1959

KGR-Beschluß, die Figuren des Bouwinghausen-Grabmals aus der Kirche zu nehmen (in den südl. Vorraum)

21.02.1960

Ehemaliger Chor als Hospitalkirche (630 Plätze) wieder eingeweiht
Turm auf 52m erhöht, Glockenstube mit 5 Glocken

11.04.1960

Glocke „Gloriosa“ (nachträglich / Stiftung Dr. Bilfinger)

25.02.1961

Einweihung des neuen Hospitalhofs

09.04.1961

3. Orgel (Fa. Weigle) Disposition Helmut Bornefeld

Frühjahr 1963

Anbringung des Kreuzes an der Westfassade

1968

Neuer Brunnen vor dem Chor der Hk von Irmtraud Förster

07.11.1994

Altaraufsatz Jörg von Sachsenheim aus dem Lapidarium => Hk

08.01.2012

letzter GD in der Nachkriegs-Hk

01.03.2012

Beginn Neubau Hospitalhof (Lederer)

27.04.2014

Einweihung des neuen Hospitalhofs

05.03.2017

Einweihung der neuen Hospitalkirche

Texte Quellen · Web Links

Über die wechselvolle Geschichte der Hospitalkirche geben einige Schriften Auskunft, wobei das Buch von Gustav Wais, Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart (obwohl schon 1956 erschienen) n.m.M. noch immer die bislang beste Publikation zum Thema ist. Am Ende dieser Website finden Sie eine Übersicht über Quellen und zahlreiche Texte zum Download.

Leuchttisch: Klick in ein Bild öffnet ihn und zeigt die Bilder groß

Außen 1

Außen 2

Grabmale in der Südwand zum Hospitalplatz, Türen, Turmfenster
Der ehemals im gotischen Stil gestaltete Hospitalbrunnen wurde 1940 zum Schutz vor Zerstörung eingelagert. Nach dem Krieg wurde jedoch ein neuer Brunnen als Wasserspiel mit drei schlanken, gegliederten Bronzesäulen entworfen, über die das Wasser in eine muldenartige Vertiefung des Gehwegs fließt. Entwurf/Realisation: Irmtraut Förster · Erneuert/saniert: 1969
Gedenkplatte (2015) für Johann Valentin Andreae (in Boden eingelassen)

Außen 3 · Reformationsdenkmal von 1917

Das vielbeachtete Reformationsdenkmal an der Hospitalkirche in Stuttgart wurde 1917 aus Anlass der Vierhundertjahrfeier von Luthers Thesenanschlag von Jakob Brüllmann geschaffen. Die symbolische Darstellung der Auferstehung besteht aus drei Teilen: Im zwischen zwei Strebepfeilern eingesetzten Mittelteil der abgeschrankten Anlage thront der siegreich aus einem Sarkophag wiederauferstandene Christus mit der Siegesfahne. Ihn umgeben Sitzfiguren des deutschen Reformators Martin Luther und des Reformators Württembergs Johannes Brenz sowie Reliefs mit Szenen aus dem bäuerlichen Leben und Reliefs und Inschriftentafeln aus dem Reformationszeitalter.
Die Christusfigur wurde bei einem Fliegerangriff am 12./13. September 1944 zerstört und von Jakob Brüllmanns Sohn Emil Brüllmann wieder hergestellt. Das Stuttgarter Reformationsdenkmal gilt zusammen mit dem Reformationsdenkmal in Genf als bedeutende und neuartige Weiterentwicklung des Denkmalgedankens.
Quelle: Wikipedia: Jakob Brüllmann

Das Reformationsdenkmal wird bei Wikipedia ausführlich und sehr gut dargestellt.

Klick in das Bild startet eine Diashow mit 65 Bilder

 

Diashow starten

In den Mauerfeldern zwischen dem Postament der Christusfigur und den Reformatorenfiguren sind Reliefs angeordnet, die Szenen aus dem Leben der beiden Reformatoren darstellen und verschiedene Inschriften zeigen. Die Reliefs wurden nach Entwürfen Jakob Brüllmanns von dem Bildhauer Eberhard Pfleiderer ausgeführt. Sie sind teils verwittert, teils wurden sie im Zweiten Weltkrieg zerstört. Beschreibung und Nummerierung der Wandreliefs 1:1 aus Wikipedia übernommen.
Foto, Fotomontage: Gerd Leibrock - aus Wikipedia

Leuchttisch: Klick in ein Bild öffnet ihn und zeigt die Bilder groß

Reformationsdenkmal · Historische Dokumente zum Download

Im Stadtarchiv der Landeshauptstadt Stuttgart befinden sich interessante Quellen – insbes. Baurechtsakten - zum Reformationsdenkmal von 1917. Diese sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet und stehen zum Download zur Verfügung.

Dateiname

Datum

Inhalt

19060000-1.jpg

1906

HK Ansicht gegen die Hospitalstraße

19120312-1.pdf

12.03.1912

Kaufvertrag Stadt/HKGmde Fläche für Denkmal

19120312-2.pdf

dto

dto. S. 3 + 4

19170312-1.jpg

12.03.1917

Grundriß HK mit Denkmal eingezeichnet

19170312-1.pdf

12.03.1917

Lageplan

19170321.pdf

21.03.1917

Baugesuch

19170326.pdf

26.03.1917

Bauantrag

19170403.pdf

03.04.1917

Genehmigungsurkunde

19170405.pdf

05.04.1917

Gutachten des Ortsbautechnikers

19170410.pdf

10.04.1917

Stellungnahme Ortsausschuss Natur- & Heimatschutz

19170413.pdf

13.04.1917

Gutachten

Gauger19170624.pdf

24.06.1917

Predigten bei den Gottesdiensten zur Weihe des württembergischen Reformationsdenkmals

19180623 Staatsanzeiger.pdf

23.06.1918

Artikel im Staatsanzeiger über das Denkmal

19621108 Amtsblatt.pdf

08.11.1962

Artikel im Amtsblatt über das wiederhergestellte Ref.-Denkmal

Leuchttisch: Klick in ein Bild öffnet ihn und zeigt die Bilder groß

Außen 4 · Innenhof; Taufstein u.a.

Außen 5 · Innenhof bei Nacht

Info zum Bild "Der wieder aufgefundene Taufstein":
Bericht in der Stuttgarter Zeitung vom 12.09.2014 (Bild mit Text zum Download)

Info zu Gedenktafel für Leonhard Lechner
Gedenkrede von Konrad Ameln am 4.11.1961 (Text zum Download)

Info zu "Grabmal für die Familie des Hans Heinrich von Göllnitz, 1666". Ehemals im Chor, nach dem Krieg im Lapidarium, nun im Hof der Hospitalkirche. Beschrieben bei Gustav Wais 1956 unter der Nr. 70. [im Verzeichnis Lapidarium unter Nr. 77 aufgeführt - s.u.]:
Links von der Sakristeitüre befindet sich das Grabmal für den am 23. Januar 1666 im Alter von 70 Jahren gestorbenen Hans Heinrich von Göllnitz. Er ist der Sohn des Jägermeisters Niclas von Göllnitz. Auf dem großen Familiendenkmal von 1615 (siehe vorhergehendes Bild) ist er unter Ziffer 4 erwähnt: „Heinrich lebt, solang Gott will, geht ins 19. Jar." Dieser Heinrich ist von sieben Söhnen der einzige, der den Stamm fortpflanzte und der von 1638 ab das Amt des Vaters übernahm. Aus seiner ersten Ehe mit Anna Christina von Remchingen entstammte der Tutelarratspräsident Georg Christoph von Göllnitz (1626-1676), dessen Linie als letzte mit dem 1798 in Ludwigsburg gestorbenen Oberjägermeister Philipp Albrecht von Göllnitz erlosch. Das Grabmal trägt folgende Inschrift:
„Hannß Heinrich von Göllnitz ist geboren in A. 1596. In den ehelichen Stand Erstes mahl sich begeben in A. 1622 mit Jungfrau Anna Christina von Remchingen, mit deren in 13 Jahren er zeigt 7 Kinder, welche starben A. 1635. Darvon noch ein Sohn am Leben. Hatt sich das ander mahl verheyratet mit Jungfrau Ursula Anna von Fürtenheim, mit der er in die 31 Jar erzeigt 11 Kinder, davon noch 6 am Leben, Alß 3 Söhn, 3 Töchtern und ist er in Gott selig gestorben anno 1666, den 23 Januariy seines im 70. Jar. Gott verleih ihm ein fröhlich Ufferstehung.

Außen 6 · Der Turm

Exkurs · Historische Dokumente: 2 Stadtpläne & 2 Bilder

Auf die Zeittafel oben sei verwiesen.
Zunächst zwei Stadtpläne aus dem Jahr 1638 (Matthäus Merian) und dem Jahr 1767 (diesen um 90° gedreht um Analogie zu "Merian" herzustellen).
Jeweils "oben" im Bild (bei Merian mit "K" bezeichnet) die Spitalkirche
Die Zeichnung von 1850 "Der verlängerte Schloßgarten" zeigt die Hospitalkirche, das Aquarell von 1868 die "Turnhalle in Stuttgart - im Hintergrund die Hospitalkirche"
Quellen: Staatsarchiv Ludwigsburg

    • 1638

    • 1767

    • 1850

    • 1868

Exkurs · Hospitalkirche · Historische Dokumente und Bilder

Wir kennen die Hospitalkirche nur als Torso = den Chor der ehemaligen Kirche, die mit 2500 Plätzen zu den großen der Stadt gehörte.
Die Dimension der ehemaligen Hk verdeutlichen am besten verschiedene Grundrisse und Lageskizzen. Zunächst aus dem Jahr 1866 die Grundrisse der vier Hauptkirchen: Stifts- / Leonhards- / Hospital- und Johanneskirche.

Aus der Festschrift zur Grundsteinlegung der Johanneskirche 1866

.

Eine Lageplanskizze aus dem Jahr 1949, der man gut entnehmen kann, dass die Kirche (und gesamte Anlage) nicht geostet war. Der Einfachheit halber aber spricht man von der Südseite = Seite zum Hospitalplatz, Nordseite = Areal des ehemaligen Dominikanerklosters, Westseite = Haupteingang (noch heute in der abgekürzten Form), der Chor lag / zeigt nach Osten.

Klick in Skizze vergrößert

.

Der obere Grundriss (entnommen der Broschüre zur Wiedereinweihung am 5.3.2017 / Artikel Lederer) zeigt im nördlichen Bereich den neuen Hospitalhof, im westlichen das kirchliche Verwaltungsgebäude und im südöstlichen den "Kirchenrest" = den Chor der ehemaligen Kirche, etwas nach Westen verlängert.
Der Grundriss aus dem Jahr 1878 darunter veranschaulicht die Dimension des Verlusts.
Lederer hat Bäume an die Positionen der Säulen gepflanzt, dazuhin ist der Taufstein von 1806 an der originalen Stelle (nun also im Freien des Hospitalhofs) aufgestellt.

Klick in Skizze formatiert auf Bildschirmgrölße

.

Historische Fotos (Diashow) der Hospitalkirche - vor der Zerstörung 1944

Hinweise:
S32526: vor 1905 (noch ohne Kreuzigungsgruppe)
S2065-68: nach 1905 (mit Kreuzigungsgruppe)
Infos (inkl. Permalink) zu den Bildern aus dem EL sowie dem LMZ zum Download

Quellen:
EL = Staatsarchiv Bad.-Württ. / Ludwigsburg (+ BildNr.)
LMZ = Landesmedienzentrale Stuttgart (+ BildNr.)
S = Stadtarchiv Stuttgart (+ BildNr.)
W = Scan aus dem Buch von Gustav Wais 1956 (+ AbbildungsNr.)

 

Diashow (24 Bilder) starten

.

Historische Fotos (Diashow) · Die Zerstörung der Hospitalkirche 1944

Hinweise:
Infos (inkl. Permalink) zu den Bildern aus dem EL sowie dem LMZ zum Download

Informationen zu Zerstörung und Wiederaufbau siehe unten:
15 · Bücher & Publikationen, Dokumente & Zeitungsartikel

Quellen:
EL = Staatsarchiv Bad.-Württ. / Ludwigsburg (+ BildNr.)
LMZ = Landesmedienzentrale Stuttgart (+ BildNr.)
S = Stadtarchiv Stuttgart (+ BildNr.)
W = Scan aus dem Buch von Gustav Wais 1956 (+ AbbildungsNr.)

 

Diashow (11 Bilder) starten

.

Innen heute (1)

Klick in Bild startet Diashow (22 Bilder)

Diashow starten

.

Innen 2 · Altar, Ambo, Taufschale · Historische "Vasa sacra"

Altar, Ambo, Taufschale sind 2017 entstanden nach Plänen von Arno Lederer · zur Entstehung in den Werkstätten siehe 12 ""
Die historische Taufschale und die Abendmahlsgeräte stammen aus der "Schatzkammer" der Hospitalkirchengemeinde

Diashow (22 Bilder) starten

Innen 3 · Kreuzigungsgruppe von Hans Seyfer von 1503

Quellen / Informationen zum Download zur Kreuzigungsgruppe:

Walther Ludwig, Studie zu Jakob Kuhorn & Familie aus "Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins" 137. Band von 1989 - freundlicherweise z.V. gestellt von Karl Bayer (Neuhausen)

Meurer, Heribert, Die Stuttgarter Kreuzigungsgruppe

Flyer 2017 der Hospitalkirchengemeinde (nur Text)

Hinweis:
Figuren/Bilder gekennzeichnet mit R wurden retouchiert

Am Ende 2 historische Bilder aus der Sammlung der Landes- medienzentrale Stuttgart (LMZ), sowie 3 aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg (EL) - mit Deeplink dorthin:
LMZ973295 Kruzifix & Maria Magdalena (1935 )
LMZ973296 Maria Magdalena (1935 )
EL_228_a_II_Nr_291 Johannes (1899)
EL_228_a_II_Nr_292 Maria (1900)
EL_228_a_II_Nr_294 Maria Magdalena (1905)

Klick ins Bild startet Diashow (33 Bilder)

 

Diashow starten

.

Innen 4 · Farb-Licht-Spiele im Chor und auf der Kreuzigungsgruppe

Arno Lederer ließ in die drei Westfenster Prismen einbauen, die bei entsprechendem Sonnenstand faszinierende Farben auf die Wände, Fenster und Figuren im Chor projizieren

Klick ins Bild startet Diashow (28 Bilder)

Diashow starten
Zeitraffer Christusfigur im Farbenwechsel (14 Bilder)

Innen 5 · Die Fenster

Auszug aus dem Kirchenführer 1976

Die drei Fenster im Chor der Hospitalkirche wurden durch prächtige Glasgemälde von Prof. Rudolf Yelin und die beiden anschließenden Südfenster von Wolf-Dieter Kohler so gestaltet, daß sie über die eigene Verkündigung hinaus die Formen des ragenden Steinmals des Gekreuzigten und seiner Nebenfiguren betonen. Die Fenster stellen dar:

das Nordostfenster (Grün-Gold-Blau): Geburt und Taufe Christi,
das Mittelfenster (Violett-Blau-Rot): Passion Christi,
die Südost- und Südfenster (Rot-Gold-Weiß): Ostern, Pfingsten, Wiederkehr Christi.

Rudolf Yelin: Chorfenster links - Geburt und Taufe Christi

Chorfenster links - Einzelansichten

.

Rudolf Yelin: Chorfenster Mitte - Passion Christi

Chorfenster Mitte - Einzelansichten

.

Rudolf Yelin: Chorfenster Rechts - Ostern

Chorfenster rechts - Einzelansichten

.

Wolf-Dieter Kohler: Chor Südwand · Zwei Fenster

Wolf-Dieter Kohler: Chor Südwand · Linkes Fenster - Himmelfahrt, Pfingsten, Stephanus

Chor Südwand · Linkes Fenster - Einzelansichten

.

Wolf-Dieter Kohler: Chor Südwand · Rechtes Fenster - aus der Offenbarung Johannis

Chor Südwand · Rechtes Fenster - Einzelansichten

.

Innen 6 · Kreuzgewölbe-Schlusssteine

    • Baumeisterzeichen Alberlin Jörg

    • Hl. Stephanus

    • Anna selbdritt

    • Württ. Wappen

    • Maria und Jesuskind

    • Evangelist Johannes

    • Jacobus d. Ä.

    • Baudaten 20. Jh.

    • Christus Salvator Mundi

    • Hl. Ulrich

    • Hl. Gregor

Innen 7 · Dannecker - Christus

Quellen / Information zum Download:

Aus Anlaß der Dannecker-Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart im Frühjahr 1987 erschien in der Edition Cantz, hrsg. von der Staatsgalerie Stuttgart, verfasst von Prof. Dr. Christian von Holst eine umfangreiche Monographie über Dannecker. Aus Band I nachfolgend die Seiten über beide Fassungen der Statue zum Download mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Der Bildhauer Johann Heinrich Dannecker schuf Anfang des 19. Jahr- hunderts zwei Christus-Statuen (aus Marmor), die erste ging an den Zarenhof in St. Petersburg, die zweite war für die Fürsten von Thurn und Taxis bestimmt (Gruftkapelle St. Emmeram Regensburg).
Der Künstler schenkte 1834 der Hospitalkirchengemeinde ein Gips- modell. Sie stand im Chor der alten Hospitalkirche, wurde 1944 stark beschädigt, nur der Kopf konnte aus den Trümmern geborgen werden. Er steht heute in der oberen Sakristei.

 

Diashow (14 Bilder) starten

.

Innen 8 · Grabdenkmale & Epitaphien in der Kirche

Von den in der alten Hospitalkirche und in den Kreuzgängen des Hospitalhofs zahlreich vorhandenen Steindenkmalen sind die meisten 1944 zerstört worden. Der Kirche erhalten blieben

— das Grabdenkmal des Obersten Freiherrn Benjamin von Bouwinghausen-Wallmerode (1570—1635) und seiner beiden Frauen (Sockel und Säulenumrahmung mit Familienwappen links vom Altar am alten Platz; leider davon getrennt die knienden Figuren des Freiherrn und seiner Frauen vor dem leidenden Christus in der rechten Vorhalle der Kirche),

Die Figuren wurden 2017 durch die Fa. Kärcher gereinigt. Siehe "12 Aus den Werkstätten"

Eine digitale Fotomontage versucht, die ursprüngliche Komposition zu rekonstruieren nach einem historischen Bild aus dem Stadtarchiv Stuttgart.

— das figurenreiche Epitaph für die Familie des fürstlichen Jägermeisters Niclas von Göllnitz (1542—1615) im Chor über der Sakristeitür,

das Epitaph für den Geheimen Regimentsrat Dr. Veit Breitschwert (1565 bis 1631) mit der eindrucksvollen Darstellung der Grablegung Christi (eine Alabasterarbeit), an der oberen Sakristeiwand der linken Empore. Dieses Obergeschoß der Sakristei, die sogenannte „Bibel" (ursprünglich wohl die Bibliothek des Klosters) diente lange Zeit als Gefängnis für „ketzerische oder sonst strafbare Geistliche".

— der Grabstein für die Gattin des württembergischen Kanzlers Jakob Löffler (1630), links an der Sakristeiwand,

siehe unten

Weitere Steindenkmale und Epitaphien, die sich heute (noch) im Lapidarium bzw. dem Stadtmuseum befinden siehe unten:
"13 · Grabmale u.a. im Lapidarium Stuttgart" & "14 · Epitaphien aus der Hospitalkirche im Stadtmuseum Stuttgart"

8.1 Grabdenkmal Bouwinghausen-Wallmerode

.

8.2 Epitaph für die Familie Niclas von Göllnitz

.

8.3 Epitaph für den Geheimen Regimentsrat Dr. Veit Breitschwert

.

8.4 Grabstein für die Gattin des württembergischen Kanzlers Jakob Löffler

.

Innen 9 · Steindenkmale in den Vorhallen und Treppenhäusern

In der rechten (südlichen) Vorhalle steht das Grabmal Bouwinghausen (s.o.), dazu ein Engel als Wandschmuck; im 1. OG Johannes der Täufer (Gewölbeschlussstein des westlichen Jochs / ehem. Fürstenstand).

Zum "Fürstenstand" siehe: Karl Halbauer, Der ehemalige Fürstenstand in der Stuttgarter Dominikanerkirche (Hospitalkirche) Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg · 41. Band 2004 · Sonderdruck

Durch den nun in die Mitte der Westfront gelegten Zugang zur Kirche "verschwinden" leider die beiden Vorhallen, die linke wird zudem auch als Stuhllager benutzt. Der Zugang zur Seitenempore erfolgt hier über eine Treppe, zugänglich aus dem Seitenschiff.

Bei der Wiederherstellung der Kirche 1960 wurden Reste / Fundstücke aus den Trümmern teilweise in den beiden Vorhallen und Treppenhäuser angebracht.

Im linken (nördlichen) Bereich: unten der Wandaltar des Jörg von Sachsenheim (ab 1955 im Lapidarium aufbewahrt, zurück in die Kirche am 7.11.1994), die Marienfigur (auf Mondsichel) mit Jesuskind - früher am Mittelpfeiler des südlichen Kirchenzugangs (siehe hist. Bild), heute dient ein Prophet als Sockel. Dieser und ein Engel im EG aus dem ehemaligen Fürstenstand. Im 1. OG der Apostel Petrus, auch vom Fürstenstand (Schlußstein östlicher Gurtbogen).

9.1 Altaraufsatz des Jörg von Sachsenheim

9.2 Maria mit Jesuskind

9.3 Einzelfiguren

.

Innen 10 · Die Orgel

Die alte Hospitalkirche hatte schon 1612 eine von dem Stuttgarter Orgelbauer Karl Schott gebaute Orgel. Bereits 1621 und 1736 waren Instandsetzungen an ihr nötig. Das Instrument hatte 1821 ausgedient; es wurde für etwa 60 Jahre durch die 1668/69 erbaute und nun abgängige Stiftskirchenorgel ersetzt. Die 1883 von der Orgelbaufirma C. G. Weigle (früher Stuttgart, jetzt Echterdingen) erstellte Orgel (36 Register) wurde 1944 zusammen mit der Kirche zerstört. Für die neue Hospitalkirche baute die gleiche Firma 1961 eine neue Orgel mit 33 Registern auf 3 Manualen und Pedal (2520 Pfeifen). Die Planung und Gestaltung oblag dem Orgelpfleger Kirchenmusikdirektor Helmut Bornefeld, Heidenheim.

Weil die Orgel für die neueren Anforderungen in Gottesdiensten und Konzerten zu klein bemessen war, wurde sie von 1984 bis 2005 in fünf Stufen erweitert, renoviert und technisch verbessert. Es wurden insgesamt sieben neue Register sowie eine elektronische Setzeranlage eingebaut. Im November 2004 begann die fünfte und vorläufig letzte Stufe der Orgelrenovierung.
Weitere Informationen auf der Website der Kirchgemeinde

Während der Innenrenovierung der Kirche 2016/17 wurden von der Orgelbauwerkstatt Friedemann Güldner sämtliche Pfeifen des Instrumentes ausgebaut. Beim Wiedereinbau wurden sie behutsam nachintoniert und der veränderten – und verbesserten - Akustik der Kirche angepasst.
Die Arbeiten wurden auch zur Überarbeitung der Technik genutzt. Dabei wurden sämtliche Registerzugmotoren durch fein justierbare Magnete ersetzt, die schnellere und leisere Registerwechsel ermöglichen. Die Noten- und Pedalbeleuchtung wurde mit LED-Technik erneuert.
So ist die Orgel jetzt technisch wie klanglich in hervorragendem Zustand und bestens für die Aufgaben in der Kirche mit Schwerpunkt auf Neuer Musik gerüstet.

10.1 DIsposition der Orgel

I Rückpositiv C-c4

II Hauptwerk C-c4

III Oberwerk C-c4 (schwellbar)

Pedal C-f1

Harfenregal 16’

Quintade 16’

Kupfergedackt 8’

Prinzipal 16’

Rohrgedackt 8’

Prinzipal 8’

Hautbois 8’

Untersatz 16’

Kropftrompete 8’

Gedackt 8’

Rohrflöte 4’

Oktavbaß 8’

Prinzipal 4’

Gemshorn 8’

Schalmei 4’

Trompete 8’

Flötgedackt 4’

Trompete 8’

Prinzipal 2’*

Baßzink 5 1/3′ (4f)

Rohrnasat 2 2/3′

Oktave 4’

Gemsflöte 2’

Flöte 4’

Hohlflöte 2’

Harfpfeife 4’

Hörnlein 1 3/5′ + 1 1/7′

Rauschpfeife 2’ + 1 1/3′

Terznone 1 3/5′ + 8/9′

Gemsnasat 2 2/3′

Sifflöte 1’

Kornett 2’

Gemsquinte 1 1/3’

Hohlquinte 2 2/3′

Zimbel 1/4′ (3f)

 

Scharf 1’ (5f)

Ital.Prinzipal 2’

   
 

Terzflöte 1 3/5′

   
 

Mixtur 1 1/3’ (3-5f)

   
 

Scharf 1’ (3-4f)

   
       
 

Vorplenum

 

Vorplenum

Plenum

Plenum

Plenum

Plenum

Kornett 5f

Gesamtplenum

Kornett 5f

 

Tremulant

Tremulant

Tremulant

Tremulant

III/I

I/II, III/II

III/II 16’

I/Ped, II/Ped, III/Ped

   

*im Prospekt – nicht schwellbar

 

10.2 Bilder Orgel

Klick in Bild startet Diashow (16 Bilder)

 

Diashow starten

2005:
Teilung Rauschharfe 4’+ 2 2/3′ (HW)
Gedackt 8’ (HW)
Terzflöte 1 3/5′ (HW)
16’-Koppel III/II (elektrisch)
Neubau Windlade HW

2017:
Neue Registerzugmotoren
Dreifachschleifen im Pedal zu Einfachschleifen umgebaut(Orgelbaufirma Güldner, Heimerdingen)

Friedrich Weigle 1961, Opus 1054
Disposition, Mensuren und Intonation: Prof. Helmut Bornefeld (1906-1990)

Umbauten (Werkstätte für Orgelbau Mühleisen):
1984:
Teilung Mixtur 6-8f (HW)
Trompete 8’
1987:
Hautbois 8’ (OW)
Gemsflöte 2’ (OW)
1998:
elektronische Setzeranlage

10.3 Sanierung der Orgel 2017

Klick in Bild startet Diashow (27 Bilder)

 

Diashow starten

.

Innen 11 · Treppenhaus · Glocken · Dachstuhl · Turmsicht

Mit Rücksicht auf die hohen Geschäftshäuser der Nachbarschaft mußte der Turm auf 52 m erhöht werden. Anstelle der ehemaligen niedrigen Turmwächter-Stube hat er jetzt eine höhere Glockenstube mit folgenden 6 Bronzeglocken, die — wie schon 100 Jahre zuvor für den Turm der großen Hospitalkirche — von der weltbekannten Glockengießerei Heinrich Kurtz, Stuttgart, gegossen wurden:
1. Gloriosa: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst" (2694 kg) h°;
2. Dominika: „Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste" (1194 kg) e1;
3. Betglocke: „Dein Reich komme" (784 kg) fis1;
4. Kreuzglocke: „Christus ist unser Friede" (656 kg) g1;
5. Zeichenglocke: „Lasset euch versöhnen mit Gott" (467 kg) a1;
6. Taufglocke: „Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind" (320 kg) h1.

Die Uhr schlägt alle Viertelstunden die Zeichenglocke, alle Vollstunden die Dominika.

.

12 · Aus der Arbeit der Werkstätten und Firmen 2017

Die Entstehung des neuen Altars, Ambos, der Taufschale (nach Entwürfen von Arno Lederer), Installation der überarbeiteten Kirchenbänke auf die Seitenempore, Reinigung der Kunstwerke zeigen nachfolgend 7 Diashows:

12.1 Schreinerei Werner Braun: Altar & Ambo

Auswahl der Bretter, Zusägen, Schleifen, Ausschneiden mit einer CNC-Maschine, Zusammensetzen & Verleimen
62 Bilder

 

Diashow starten

.

12.2 Schreinerei Werner Braun: Tisch & Stehpult für die Sakristei, Bibel- & Kerzenständer

Montage & Oberflächenbehandlung
22 Bilder

 

Diashow starten

.

12.3 Schreinerei Werner Braun: Kirchenbänke Seitenempore zurück · Jalousien im Turm repariert

56 Bilder

 

Diashow starten

12.4 Kunstschlosserei Bernd Höger: Untergestelle (Messing) für Altar & Ambo

12 Bilder

 

Diashow starten

.

12.5 Drechsler Markus Günther: Taufschale

31 Bilder

 

Diashow starten

.

12.6 Ausbesserungen und Reinigung der Kunstwerke durch die Fa. AeDis und Kärcher

AeDis AG für Planung, Restaurierung und Denkmalpflege hat vor allem die Kreuzigungsgruppe sowie die beiden großen Epitaphien denkmalpflegerisch gesichert, die Fa. Kärcher hat sie "trocken", die Figurengruppe des Bouwinghausen-Grabmals dampfgereinigt
47 Bilder

 

Diashow starten

.

12.7 Reinigung (Fa. Kärcher) des Reformationsdenkmals am 23.05.2017

19 Bilder

Diashow starten

.

13.1 · Grabmale u.a. im Lapidarium Stuttgart

"Das städtische Lapidarium in Stuttgart ist etwas Besonderes. Keine andere Stadt in Baden-Württemberg kann eine vergleichbare Sammlung in einer solchen historischen Gartenanlage aufweisen. Kein Wunder also, dass diese idyllische Parkanlage am Fuße der Karlshöhe auf viele Besucher eine Faszination ausübt.
Als einziges Freilichtmuseum in der Landeshauptstadt ist es gewissermaßen das steinerne Bilderbuch des alten Stuttgarts. In zahlreichen Architekturteilen zerstörter Häuser, in Skulpturen, Konsolen, Schlusssteinen, alten Inschriften, Fragmenten von Torbogen und Grabplatten spiegelt sich ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte wider. Der Museumsführer stellt in einer detaillierten Beschreibung mit Abbildungen die über 200 Exponate vor, beschreibt die Antikenwand im Wandelgang und erzählt die Geschichte des Lapidariums."

Mit freundlicher Genehmigung des Stadtmuseum Stuttgart wird nachfolgend aus diesem ganz aktuellen Museumsführer (erschienen 2016) zitiert: ausgewählte Exponate, die sich vor der Kriegszerstörung in der Hospitalkirche oder dem Kreuzgang des Klosters (ursprüngliches Lapidarium der Stadt) befanden - und einige wenige andere Stücke. Die Exponate hat Dr. Manfred Schmid beschrieben. Die Bilder sind mit den Nummern des Museumsführers und der dort abgedruckten Überschrift versehen. Eine genaue Beschreibung dieser Exponate (inkl. Beschreibungen durch Gustav Wais 1956) steht hier als pdf zum Download zur Verfügung.

Das Lapidarium (Mörikestraße 43) ist leider nur von Mai bis Mitte September (Mi - So 14:00 - 18:00) geöffnet. Der Besuch sei außerordentlich empfohlen.

13.2 · Grabmale · Fotos aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg

Im Staatsarchiv Ludwigsburg werden einige Fotos von Epitaphien aus der Hospitalkirche aufbewahrt, die auch im Buch von Gustav Wais (1956) beschrieben sind. Diese Fotos werden nachfolgend mit den Beschreibungen aus dem Buch Wais dargestellt, dazu ein Verweis auf den Museumsführer Lapidarium.

In der Reihenfolge der Darstellungen Buch Gustav Wais. Permalink zum Staatsarchiv Ludwigsburg. Klick ins Bild vergrößert

Wais 80

Hospitalkirche Nordwand außen = Klostergarten Innenhof 1925

Die von dem Stuttgarter Bürger Hans Hack 1518 gestiftete Kreuzabnahme stand bis zum Jahr 1867 in der Charlottenstraße, Ecke der Blumenstraße, und wurde dann neben dem Reuchlin-Denkmal an der Nordwand der Kirche im Garten des Dominikanerklosters aufgestellt. Vermutlich pflegten an dem Bild die zum Tod Verurteilten beim Gang zum Hochgericht auf dem Scheuelberg (Schellberg) ein letztes Gebet zu verrichten.

Das durch Luftangriff zerstörte Bildwerk konnte nur in Stücken aus den Trümmern der Hospitalkirche herausgelesen werden. Es wurde wieder zusammengesetzt und ist im Städt. Lapidarium, Mörikestraße 24, aufgestellt. Vermutlich stammt das Bild aus der Schule des Meisters Hans Seyffer, des Schöpfers des St. Leonhards-Kreuzbildes. Ein ähnliches, noch größeres Steinbild von derselben Hand ist an der Südseite der Oswaldkirche in Weilimdorf erhalten.

[=> Lapidarium 27]

Wais 83

Hospitalkirche; Grabplatte Johann Kyngspach 1559

Bei der Legung eines neuen Plattenbodens im Chor der Hospitalkirche im Jahr 1878 fand man 30 Grabsteine von Adeligen und hohen fürstlichen Beamten. Von diesen Denkmalen wurden zwei Drittel als historisch und künstlerisch wertvoll gehoben und an den Wänden der Kirche aufgestellt. Aus der Ruine des südlichen Seitenschiffs wurde 1955 noch der jetzt im Städt. Lapidarium befindliche Denkstein von Königsbach geborgen mit Wappen und der Inschrift: „Ornatissimo ac clarissimo Domino Johanni Kyngspach Jurisconsulto, qui postquam maiorem vitae suae partem Ducalibus negotiis peragendis ut consiliarius fideliter impendi et diem clausit extremum liberi parenti desideratissimo monumentum hoc posuerunt. Vixit annos LXXXI. Obiit anno salutis nostrae MDLIX. IV. Januarii. Qui V. C. V." Deutsch: Dem geehrtesten und berühmtesten Herrn Johann von Königspach, Rechtsverständigen, welcher, nachdem er den größeren Teil seines Lebens in Vollziehung herzoglicher Geschäfte als Rat treulich zugebracht, nun seinen letzten Tag beschlossen hat. Die Kinder haben dem schmerzlich vermißten Vater dies Denkmal gesetzt. Er lebte 81 Jahre. Er starb im Jahr unsres Heils 1559, am 4. Januar. Welcher lebe mit den Lebendigen.

[=> Lapidarium 210]

Wais 86

Hospitalkirche; Epitaph von 1570

An der Innenwand der Kirche gegen den Hospitalplatz zu war ein 1570 angefertigtes, jetzt im Städt. Lapidarium befindliches Denkmal für Anna Heller von Tübingen mit der Inschrift: ALS MAN ZALT NACH DER GEBVRT JESV CHRISTI VNSERES ERLOESERS 1569 JAR AM 23. TAG OCTOBRIS STARB DIE ERSAM FRAV ANNA HELLERIN VON TIEBINGEN. Darunter ein Denkmal für Sebastian Ebinger von Tübingen mit der Inschrift: ASS MAN ZALT 1575 JAR AM 31. TAG MARTII STARB DER ERBAR SEBASTIAN EBINGER VON TUEBINGEN. DEM GOT EIN FROELICHE VRSTAEND VERLEIH AMEN 1570.

Sebastian Ebinger war 1550—1564 herzogl. Archivar, von 1564—1572 fürstl. württ. Rentkammer-Registrator.
[=> Lapidarium 216]

Wais 90

Hospitalkirche; Epitaph an der Westseite

An der Kirchenwand der Gymnasiumstraße war das Epitaph für den Kürschnermeister Leonhard Schlecker (Renaissance) vom Jahr 1600, jetzt im Städt. Lapidarium.
Im Aufbau oben die Inschrift: „ANNO DO 1600 DEN 18. MAIVS STARB DER EHRENHAT LENHARD SCHLECKER.
Auf einer Spruchplatte darunter: „WAS DV THVEST SO BEDENCKE DAS ENDE SO WIRSTV NIMERMEHR VBELS THVN.
Unter dieser Inschrift der Stifter mit seinen beiden Frauen und 13 Kindern vor einem Kruzifix mit dem Gekreuzigten. Am Fuße der Grabplatte die weitere Inschrift: „SEINES HANDWERKS EIN KVHRSNER WARD ALT 76 IAHR LEBTEN EHLICH 51 IAHR. GNAD IN GOTT."

[im Lapidarium nicht gefunden]

Wais 91

Hospitalkirche; Epitaph von 1654

An der Kirchenwand in der Gymnasiumstraße: Grabstein für Eberhard Vöhlin von Frickenhausen, gestorben 3 Monate alt, 2. 4. 1654.

nicht bei Wais

Hospitalkirche, Grabstein des H.Wellingburger

(Hieronymus Welling [Bürger zu Stgt] · nicht bei Wais)

[im Lapidarium nicht gefunden]

Wais 34

ehemals in der Hospitalkirche

Einen besonderen Schmuck hat die St. Leonhardskirche in neuester Zeit erhalten durch das schöne Grabmal des berühmten Humanisten Johannes Reuchlin (1455-1522). Reuchlin war Rat des Grafen Eberhard im Bart und juristischer Berater des Schwäbischen Bundes. Er hatte sich schon zu Lebzeiten (1501) im Dominikanerkloster ein Denkmal setzen lassen, dessen Inschrift in drei Sprachen: Hebräisch, Griechisch, Lateinisch, von Reuchlin selbst verfaßt war. In der linken oberen Ecke stehen die hebräischen Worte „chajjim olam" (= Ewiges Leben), in der rechten oberen Ecke befindet sich das griechische Wort „Anastasis" (= Auferstehung), darunter die lateinische Inschrift ANN CHR MDI SIBI ET POSTERITATI CAPNIONIAE IOANNES REVCHLIN PHORCENSIS S, Im Jahr Christi 1501 hat sich und der Capnionischen (= Reuchlinschen) Nachkommenschaft Johannes Reuchlin von Pforzheim (dies Denkmal) gesetzt. Seinen Namen hatte Reuchlin in das griechische Kapnion übertragen, was soviel wie Rauch, Räuchlein bedeutet. Als sich Reuchlins 12jähriger Streit um die Freiheit der Wissenschaft mit den Kölner Dominikanern auch auf die Stuttgarter Dominikaner übertrug, ließ Reuchlin den Grabstein aus der Dominikanerkirche entfernen, außerdem verfügte er, daß er nicht in ihr, sondern in der St. Leonhardskirche begraben sein wolle. In dieser hat er an dem erhalten gebliebenen ersten Nordpfeiler vom Chor her seine letzte Ruhestätte gefunden. Wohl mit der Beseitigung des St. Leonhards-Kirchhofs im Jahr 1805 wurde das Denkmal mit einer großen Zahl anderer Denkmäler dieses Friedhofs und der St. Leonhardskirche in die Hospitalkirche gebracht. Dort wurde es an der Nordwand der Kirche in eine 1871 geschaffene Steinumrahmung mit einem Relief Reuchlins eingefügt. Das Relief befindet sich unbeschädigt im Stadt. Lapidarium. Die Grabplatte war aber bei der Zerstörung der Hospitalkirche im Jahr 1944 zerschlagen worden; sie wurde im Jahr 1949 von Oberbaurat Dr. Speidel und dem Verfasser bruchstückweise aus den Trümmern ausgegraben und nach ihrer Zusammensetzung durch Bildhauer Willy Schönfeld ebenfalls im Stadt. Lapidarium aufgestellt. Auf die dankenswerte Anregung des Kulturreferenten der Stadt Stuttgart, Stadtdirektor Dr. Schumann, wurde das Denkmal aus Anlaß der Feier der 500. Wiederkehr von Reuchlins Geburtstag in die St. Leonhardskirche gebracht und bei der Gedenkfeier für Reuchlin am 26. Februar 1955 in die Obhut der St. Leonhardsgemeinde übergeben. Das bisher dort befindliche Erinnerungszeichen an Reuchlin, ein Reliefbild an der alten Kanzel, war bei der Zerstörung der Kirche zugrunde gegangen.
Staatsarchivrat Dr. Decker-Hauff hat nachträglich den Versuch unternommen, lediglich durch Kombinationen und Hypothesen nachzuweisen, daß Reuchlins Grabplatte nach dessen Streit mit den Dominikanern nicht von der Dominikanerkirche in die St. Leonhardskirche gebracht worden sei. Für seine beiden Vermutungen, daß die von Reuchlin „sibi et posteritati" („für sich und seine Nachkommen") gestiftete Platte erst nach dem Tode seiner ersten Frau (deren Name und Todesjahr auf der Platte aber gar nicht erscheint!) für diese in der Hospitalkirche gestaltet worden sei und daß sich Reuchlin nicht wegen des Streits mit den Dominikanern in der St. Leonhardskirche habe begraben lassen, sondern weil seine zweite Frau („vermutlich" sogar eine geborene Decker!) dort begraben sei, vermag er aber einen einwandfreien Beweis ebensowenig zu erbringen, wie für seine Hypothese, daß Reuchlin zuletzt die Weihe als Priester erhalten habe. Trotz seiner Auffassung, „daß der Stein mit der St. Leonhardskirche und Reuchlins Grab nicht das mindeste zu schaffen habe", wird der Denkstein, den Reuchlin ja auch „für sich" errichten ließ, in der St. Leonhardskirche verbleiben, in der sich Reuchlins Grab befindet.

.

14 · Epitaphien aus der Hospitalkirche im Stadtmuseum Stuttgart

Das Stadtmuseum Stuttgart bewahrt u.a. 8 Holz-Epitaphien aus der Hospitalkirche auf, die wahrscheinlich nicht zurückkehren und wohl auf absehbare Zeit auch nicht im Museum ausgestellt werden. Sie sind im Buch von Gustav Wais (1956) beschrieben, das Stadtmuseum besitzt eine Inventarliste mit kleinen Farbfotos und Detailangaben. Diese Fotos werden nachfolgend den sw-Aufnahmen aus dem Buch Wais gegenübergestellt, im Textteil rechts Informationen aus dem Stadtmuseum sowie Links zu den Beschreibungen von Gustav Wais.
Am Ende wird auch ein 9. Epitaph vorgestellt (aus Wais), das sich heute in der Hamburger Kunsthalle befindet. Die Übernahme eines Farbfotos scheiterte an zu hohen Honorarforderungen des Rechteverwerters.

In der Reihenfolge der Darstellungen Buch Gustav Wais. Im Textteil jeweils in 1. Zeile Inventarnummer Stadtmuseum Stuttgart. Klick ins Bild vergrößert

W102 · Epitaph Wolff Friedrich Lindenspür

Inventarnr.: S 884/2
Objektbez.: Epitaph
Titel: Epitaph Wolff Friedrich Lindenspür aus der Hospitalkirche
Datierung: 1651 bis 1651
Maße (Höhe / Breite / Tiefe) in cm
Aufsatz 103 / 112 / 13
Mittelteil 158 / 150 /30
Schrifttafel unten 81 / 122 / 8
Beschreibung: vollständig erhalten (vgl. Abbildung des Epitaphs bei Wais, Gustav: Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart, 1956, Abb. 102 und Text S. 69 - hier zum Download).

W103 · Epitaph Caspar Beer und seiner Frau Margarete

Inventarnr.: S 884/13
Objektbez.: Epitaph
Titel: Epitaph Caspar Beer und seiner Frau Margarete, geb. Waltorffer, aus der Hospitalkirche
Datierung: 1561 bis 1561
Beschreibung: Unter der Darstellung der Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Christi kniet der Verstorbene mit den vier Söhnen und die Mutter mit den sechs Töchtern, zwischen beiden Gruppen das Familienwappen des Vaters, ein Bär, und das der Mutter. (Wais, 1956, S. 71)
vollständig erhalten (vgl. Abbildung des Epitaphs bei Wais, Gustav: Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart, 1956, Abb. 103 und Text S. 71ff - hier zum Download).

W104 · Epitaph Martin Stürmlin

Inventarnr.: S 884/8
Objektbez.: Epitaph
Hersteller: Füllmaurer, Josias
Titel: Epitaph Martin Stürmlin aus der Hospitalkirche
Datierung: 1562 bis 1562
Beschreibung: Das Epitaph zeigt im oberen Drittel die Gestalt des auferstandenen Heilands, zu dessen Füßen links der Verstorbene mit drei Söhnen und rechts seine Gattin mit vier Töchtern. Neben dem Verstorbenen das Familienwappen des Ehepaars.
(vgl. Abbildung des Epitaphs bei Wais, Gustav: Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart, 1956, Abb. 104 und Text S. 74 - hier zum Download).

W105 · Epitaph Adam Weinmann

Inventarnr.: S 884/5
Objektbez.: Epitaph
Titel: Epitaph Adam Weinmann aus der Hospitalkirche
Datierung: 1586 bis 1586
Beschreibung: Das Epitaph zeigt zu Füßen des Gekreuzigten den 1570 Verstorbenen mit fünf Söhnen sowie seine Gattin Anna, geb. Scheyhing, gestorben 1586, mit sieben Töchtern sowie die Wappen des Ehepaars. (vgl. Abbildung des Epitaphs bei Wais, Gustav: Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart, 1956, Abb. 105 und Text S. 75 - hier zum Download).

W106 · Epitaph Melchior Kurrer und seiner Frau Magarete

Inventarnr.: S 884/12
Objektbez.: Epitaph
Titel: Epitaph Melchior Kurrer und seiner Frau Magarete geb. Nittel aus der Hospitalkirche
Datierung: 1579 bis 1579
Maße (Höhe / Breite / Tiefe) in cm: 200 / 165 / 20
Beschreibung: vollständig erhalten (vgl. Abbildung des Epitaphs bei Wais, Gustav: Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart, 1956, Abb. 106 und Text S. 75f - hier zum Download).

W107 Epitaph Paul Konstantin Phrygius

Inventarnr.: S 884/10
Objektbez.: Epitaph
Titel: Epitaph Paul Konstantin Phrygius aus der Hospitalkirche
Datierung: 1602 bis 1602
Maße (Höhe / Breite / Tiefe) in cm
Aufsatz 93 / 157 / 14
Bild Aufsatz 29 / 27.5 / 3.5
Epitaph ohne Aufsatz 200 / 158 / 28
Beschreibung: Bis auf die Seitenspangen des Mittelteils vollständig erhalten (vgl. Abbildung des Epitaphs bei Wais, Gustav: Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart, 1956, Abb. 107 und Text S. 76 - hier zum Download).

W108 · Zierrahmen des Epitaphs Margarethe Gomer

Inventarnr.: S 884/14
Objektbez.: Epitaph
Titel: Zierrahmen des Epitaphs Margarethe Gomer aus der Hospitalkirche
Datierung: 1611 bis 1611
Maße (Höhe / Breite / Tiefe) in cm: 140 / 115 / 30
Beschreibung: Lediglich der ovale Zierrahmen des Epitaphs ist laut Fotos vom Umzug 2010 in das neue Depot Bellinweg 21 erhalten. Der Verbleib der Bildtafel ist aktuell unklar. (HM, Januar 2016). Die Bildtafel zeigt laut Wais, 1956, S. 76: Die 1611 verstorbene 18-jährige Margarethe Gomer, Tochter des im selben Jahr zum fürstlichen Kirchenrat und Kirchenkastenverwalter berufenen Hans Sigismund Gomer. Ein Engel mit Palme und Siegeskranz schwebt über der betenden Jungfrau. vgl. Abbildung des Epitaphs bei Wais, Gustav: Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart, 1956, Abb. 108, Text S. 76 - hier zum Download).

W109 · Epitaph Wilhelm Sattler

Inventarnr.: S 884/3
Objektbez.: Epitaph
Titel: Epitaph Wilhelm Sattler aus der Hospitalkirche
Datierung: 1619 bis 1619
Maße (Höhe / Breite / Tiefe) in cm:
180 / 124 / 32
Beschreibung: Oberer Abschluß der das Auge Gottes zeigt befindet sich vermutlich im Depot, muss noch zugeordnet werden. (HM 15.01.16) (vgl. Abbildung des Epitaphs bei Wais, Gustav: Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart, 1956, Abb. 109 und Text S. 77 - hier zum Download).

W84 · Epitaph für die Familie des Bürgermeisters Sebastian Welling

Ein Kunstwerk von hohem Wert befand sich bis zum Jahr 1839 in den Kreuzgängen der Hospitalkirche, ein Epitaph für die Familie des Bürgermeisters Sebastian Welling. Es war ein schönes Werk des berühmten Ulmer Malers Martin Schaffner (+ 1547) mit dessen Monogramm und der Jahreszahl 1535. Bei der Entfernung der Kreuzgewölbe in den Kreuzgängen im Jahr 1839 kam es auf unerklärliche Weise abhanden. Später tauchte es im Altertumshandel auf. Seit 1912 befindet es sich im Besitz der Hamburger Kunsthalle. Alle Bemühungen des Verfassers, das für Stuttgart wichtige Bild im Tauschweg wieder zu bekommen, sind gescheitert.
Das Epitaph stellt den 1532 gestorbenen Stuttgarter Bürgermeister Sebastian Welling dar, der von 1496 bis 1519 dieses Amt bekleidete. Während der Vertreibung des Herzogs Ulrich war er Mitglied des österreichischen Regimentsrats und mußte deshalb nach der Rückkehr des Herzogs 1519 nach Eßlingen fliehen. Auf einem Ritt nach Ulm wurde er gefangen und nach dem Kloster Adelberg gebracht, worauf sich der Schwäbische Bund für seine Freilassung verwendete. Wellings Frau war eine Enkelin des Baumeisters Aberlin Jörg, dessen Sternenwappen auf dem Bild zu ihren Füßen zu sehen ist. Von seinen zwölf Kindern, von denen zwei, Hans III. und Hieronymus, gleichfalls Bürgermeister in Stuttgart waren, sind nicht weniger als sechs (auf dem Bild mit einem Totenkopf in der Hand) als vor dem Vater gestorben gekennzeichnet.
Der Vater Sebastian Wellings, der Bürgermeister Hans Welling IL, der 1478 das Lehen der Familie Welling in Vöhingen, einem abgegangenen Ort östlich von Schwieberdingen, von Graf Eberhard im Bart empfing, war auch Pfleger des Baus des Dominikanerklosters.

Quelle:
Gustav Wais, Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart
DVA Stuttgart 1956

.

15 · Bücher & Publikationen, Dokumente & Zeitungsartikel

Bücher & Publikationen 1868 - 2017

Carl Alexander von Heideloff, Die Kunst des Mittelalters in Schwaben 1855 – 1864
WLB – Präsenz à Scan/pdf der S. 14 – 34 [Spitalkirche Stuttgart] (8 MB) & Tafeln IV – X (10 MB)

Chronik der Stuttgarter Hospitalkirche / von Julius Hartmann. ...hrsg. von dem Pfarrgemeinderat der Hospitalkirche. – 1888
WLB – Sonderlesesaal à Fotos ohne Blitz à 2 pdf-Dateien: S. 1 - 25 "Die Kirche" (9 MB) / S. 26 - 48 "Die Kirchengemeinde und ihre Geistlichen / Verzeichnis sämtlicher Geistlichen seit 1570 / Verzeichnis sämtlicher Kirchenältesten seit 1851 / Poetischer Anhang" (7,5 MB)

Die Jubelfeier des 400jährigen Bestehens der Hospitalkirche in Stuttgart am Reformationsfest, Sonntag den 5. November 1893
WLB – Präsenz à Scan/pdf der S. 21-39: (9 MB)
- Mitteilungen aus den ersten drei Jahrhunderten der Hospitalkirche von Stadtpfarrer Joh. Kopp
- Mitteilungen aus der Geschichte der Hospitalkirche im gegenwärtigen Jahrhundert von Stadtpfarrer Plieninger

Gustav Wais, Die St. Leonhardskirche und die Hospitalkirche zu Stuttgart
DVA Stuttgart 1956
hieraus an zahlreichen Stellen zitiert

Festschrift zur Einweihung der wiedererbauten Hospitalkirche Stuttgart am 21. Februar 1960
Hrsg. Evang. Pfarramt der Hospitalkirche Stuttgart, darin u.a.:
Prälat i.R. Stadtdekan 1945 - 1959 Erwin Ißler „Zum Geleit“, Die Geschichte der Hk, In memoriam Paul Lechler, Kirche und Gemeinde nach der Zerstörung im September 1944, Baugefüge und Ausstattung der neuen Hospitalkirche (Architekt Prof. R. Lempp), Die neue Orgel (H. Rothweiler), Die Chorfenster und ihre Verkündigung (Prof. R. Yelin), Unsere Glocken, Die Paramente, Unser Gemeindeleben …
pdf (Scan) der Seiten 1 – 31 (es folgen Anzeigen) 13,4 MB
dazu: Programm des Festgottesdienstes am 21.02.1961

Konrad Ameln, Gedenkrede auf Leonhard Lechner 04.11.1961
Druckschrift, aufbewahrt in der WURTTEMBERGISCHEN LANDESBIBLIOTHEK STUTTGART
Kein Impressum etc. pdf (Scan)

Die Hospitalkirche in Stuttgart · Schnell Kunstführer 1976
Durch Neugestaltung 2017 kpl. überholt und kaum noch brauchbar. Im Josef Fink Kunstverlag wird voraussichtlich im Oktober 2017 ein neuer Kirchenführer erscheinen.

Christian von Holst, Johann Heinrich Dannecker · Der Bildhauer
Monographie in 2 Bänden zur Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart 1987
Edition Cantz, ISBN 3-922608-45-0
pdf (Scan) der Seiten 364-369 & 412-415 (Christus Statue / 2 Fassungen) 2,7 MB

Walther Ludwig, Von Neuhausen nach Fürfeld - der kurpfälzische Kanzler Dr. Jakob Kuhorn
Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins · 137. Band (Der neuen Folge 98. Band), herausgegeben von der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg · 1989 Verlag W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Scan der Seiten 1 & 260 – 289 8,7 MB

500 Jahre Hospitalkirche Stuttgart – Vom Dominikanerkloster zur Kirche in der City
Hrsg. Hkgemeinde, Pf. Helmut Müller, 1993, darin u.a.:
Prof. Dr. Paul Sauer, Vom Dominikanerkloster zur Kirche in der reichen Vorstadt
Dekan Martin Klumpp, Festgottesdienst mit Abendmahl 24. Januar 1993
Stehempfang 24. Januar 1993 – Grußworte

hieraus als eigene Publikation
1993 bei Klett-Cotta erschienen:
Paul Sauer, 500 Jahre Hospitalkirche
Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart, Band 62
ISBN 3-608-91307-6

Bernhard Neidinger, Das Dominikanerkloster Stuttgart, die Kanoniker vom gemeinsamen Leben in Urach und die Gründung der Universität Tübingen.
Konkurrierende Reformansätze in der württembergischen Kirchenpolitik am Ausgang des Mittelalters.
Veröffentlichung des Archivs der Stadt Stuttgart – Band 58. Klett-Cotta 1993
ISBN 3-608-91619-9

Jetzt. präsent – neugierig – offen.
10 Jahre Gegenwartskunst und Kirche im Hospitalhof und in der Hospitalkirche Stuttgart · 1987 – 1997.
Hrg. Helmut A. Müller, Hospitalhof Stuttgart 1997

Andreas Pfeiffer und Karl Halbauer, Hans Seyfer · Bildhauer an Necker und Rhein um 1500
Heribert Meurer, Die Stuttgarter Kreuzigungsgruppe

Heilbronner Museumskatalog Nr. 105, Edition Braus, 2002
pdf (Scan) der S. 75 – 82

Karl Halbauer, Der ehemalige Fürstenstand in der Stuttgarter Dominikanerkirche (Hospitalkirche)
Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg · 41. Band 2004 · Sonderdruck
pdf (Scan) 7,4 MB - mit freundlicher Genehmigung des Autors

Hansjörg Kammerer, Amtsenthoben · Maßnahmen gegen württembergische Pfarrer unter dem Regiment Deutscher Christen im Herbst 1934
Hrg. Verein für württ. Kirchengeschichte Stuttgart. Verlag Ernst Franz Metzingen. 2004
ISBN 3-7722-3044-X

Gesucht: Spirituelle Erfahrungsräume für Kunst und Religion
25 Jahre Gegenwartskunst im Hospitalhof und in der Hospitalkirche Stuttgart 1987 – 2012
Hrg. Helmut A. Müller, Hospitalhof Stuttgart 2012

Karl Halbauer und Maria Binz, Das Stuttgarter Dominikaner-Chorgestühl
Kleine Schriften des Vereins für Württembergische Kirchengeschichte · Band 16 · 2014
ISBN 978-3-944051-05-5

stadtmuseum stuttgart · städtisches lapidarium · museumsführer
2. korr. und ergänzte Auflage 2016
pdf (Scan) der Exponate-Beschreibungen, die sich ursprünglich in der Hospitalkirche, Kreuzgang u.a. befunden haben.
s.o. Epitaphien, Grabmale etc.

Informationen zum Reformationsdenkmal und zur Kreuzigungsgruppe sind dort zu finden

Dokumente aus dem Stadtarchiv Stuttgart

24.06.1946 Lempp.pdf

Schreiben an Baukommission wegen Hospitalkirche

27.04.1950 Protokoll.pdf

Protokoll Besprechung Erhalt Chor Hospitalkirche

25.10.1950 OKR.pdf

Antrag an das KM wg Hospitalkirche

12.02.1951 Kulturamt.pdf

Kreuzigungsgruppe Leonhardsplatz

02.04.1955 Kulturamt.pdf

Kirchenstand ehemal. Hospitalkirche

19.03.1959 Kulturamt.pdf

Kreuzigungsgruppe Leonhardsplatz

1974 Ziegler, Die Kreuzigungsgruppe bei der Leonhardskirche.pdf

Kreuzigungsgruppe Leonhardsplatz

Aus dem Zeitungsarchiv im Stadtarchiv Stuttgart

 

Die Qualität der Zeitungsauschnitte läßt teilweise leider sehr zu wünschen übrig. Für die Veröffentlichung hier wurde der Scan als Bild (jpg) gewählt.
Auf Grund der heftigen öffentlichen Auseinandersetzungen über die Neugestaltung des Hospitalhofs 1960/61 sind einige Artikel hierzu mit aufgenommen.

05.03.1925 Tagblatt.jpg

über die Hospitalkirche

03.04.1932 EvangGemBlatt.jpg

über die Hospitalkirche (1)

10.04.1932 EvangGemBlatt.jpg

über die Hospitalkirche (2)

11.12.1935 Merkur.jpg

Leonhardsplatz

20.12.1935 Neue Tagblatt.jpg

Kreuzigungsgruppe Leonhardsplatz

24.03.1940 EvangGemBlatt.jpg

Hospitalkirche Chororgel

29.09.1946 EvangGemBlatt.jpg

Kreuzigungsgruppe Leonhardsplatz

04.07.1948 EvangGemBlatt.jpg

Kreuzigungsgruppe Leonhardsplatz

28.08.1949 EvangGemBlatt.jpg

Reuchlin Denkmal

19.08.1951 EvangGemBlatt.jpg

Kreuzigungsgruppe in Hospitalkirche

31.03.1955 Amtsblatt.jpg

Sachsenheim-Altar

15.06.1957 StZ.jpg

Neubau Hospitalhof / Hospitalkirche

28.06.1957-1 StZ.jpg

Neubau Hospitalhof / Hospitalkirche: Gesamtartikel

28.06.1957-2 StZ.jpg

Neubau Hospitalhof / Hospitalkirche: Ausschnitt 1

28.06.1957-3 StZ.jpg

Neubau Hospitalhof / Hospitalkirche: Ausschnitt 2

19.07.1957 StZ.jpg

Neubau Hospitalhof / Hospitalkirche

27.07.1957 StZ.jpg

Neubau Hospitalhof / Hospitalkirche

10.08.1957 StZ.jpg

Neubau Hospitalhof / Hospitalkirche

Im Evangelischen Gemeindeblatt für Württemberg & dem Stuttgarter evangelischen Sonntagsblatt

sind erstaunlicherweise zwischen 1945 (Gemeindeblatt) bzw. 1949 (Sonntagsblatt) und 1961 fast keine Artikel über die Hospitalkirche zu finden (umfangreich wird über die Stiftskirche und die Leonhardskirche berichtet). Hier zum Download 7 Artikel aus den Jahren 1957 - 1961 (auch zum Neubau Hospitalhof 1961).

Aus dem Stuttgarter Amtsblatt 1950 - 1961

In den Ausgaben des Stuttgarter Amtsblatts nach dem 2. Krieg bis 1961 sind 6 Artikel zur Hospitalkirche bzw. dem Kreuzigungsdenkmal (Leonhardskirche & Hospitalkirche) zu finden. Quelle Amtsblatt: WLB
transkribiert zum Download

Protokolle des KGR ab 1944

Die Protokolle des Kirchengemeinderats der Hospitalkirche liegen ab dem 29.06.1944 vor. Alle früheren Unterlagen sind bei den Bombenangriffen im Herbst 1944 verbrannt.

Die vorhandenen Protokolle sind zumeist handschriftlich in einem Heft (ca. 120 Seiten A4 - in Süterlin) und ab 03.03.1950 bis 21.07.1971 in einem fest kartonierten Buch (normale Schreibschrift, vielfach maschinengeschriebene Seiten eingeklebt) eingetragen.

Die Auswertung und Transkription wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

.

16 · Die neue Hospitalkirche: Gottesdienst & Festakt am 05.03.2017 · Broschüre · Foto

Gottesdienst am 5. März 2017
in der „neuen“ Hospitalkirche

Predigt Prälatin Gabriele Arnold
Fürbitten Monika Renninger
Grußwort Dekan i.R. Hans-Peter Ehrlich
Grußwort Prälat i.R. Martin Klumpp
Grußwort Bezirksvorsteherin Monika Kienzle

Texte zum Download

Über die Einweihung wird ausführlich berichtet auch im

Gemeindebrief 2017 März-Mai

außerdem erschien ein Flyer

Zur Wiedereröffnung der Hospitalkirche erschien eine Broschüre im Format A4, reich bebildert, mit drei großen Texten, die nachfolgend zum Download z.V. stehen:

Eberhard Schwarz
Zur Geschichte der Hospitalkirche

Architekten Lederer Ragnasdottir Oei
Die Sanierung der Hospitalkirche - das Konzept der Architekten

Eberhard Schwarz · Sören Schwesig · Monika Renninger
Die neue Hospitalkirche in der Evangelischen Kirche in Stuttgart

Arno Lederer verfasste im Februar 2017 einen Text zur Renovierung:
Sanierung der Hospitalkirche Stuttgart · Erläuterung zur Architektur

Ausgezeichnete Fotos der Hospitalkirche nach Umbau hat der Architekturfotograf Roland Halbe gemacht, die auf seiner Website mit folgendem Direktlink zu finden sind:

Roland Halbe Architekturfotografie

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Hospitalhof grüßen zur Fertigstellung der neuen Hospitalkirche

17 · Bilder aus der Hospitalkirche vor der Renovierung

Danksagung

Bei der Erstellung dieser Seite waren mir viele Personen behilflich. Ihnen allen sei hier sehr herzlich Dank gesagt, ebenso MitarbeiterInnen von Bibliotheken und Archiven - insbesondere:

Fotograf Roland Halbe
Architekt Prof. Arno Lederer
Heide Quandt
Pfarrerin Monika Renninger
Pfarrer Eberhard Schwarz

Landeskirchliches Archiv & Zentralbibliothek
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Landesmuseum Württemberg
Staatsarchiv Baden-Württemberg · Ludwigsburg
Stadtarchiv Stuttgart
Stadtmuseum Stuttgart
Württembergische Landesbibliothek

~

Inhabern, MitarbeiterInnen der Firmen:
Fa. AeDis - Denkmalsanierung
Schreinerei Werner Braun
Orgelbauwerkstatt Friedemann Güldner
Drechslerei Markus Günther
Kunstschlosserei Bernd Höger
Fa. Alfred Kärcher - Reinigung

Autoren, RechteinhaberInnen von Bildern und Dokumenten, u.a.:
Christian von Holst
Karl Halbauer
Gerhard Raff
Manfred Schmid

Impressum

Hospitalkirche Stuttgart fotografiert zwischen 15.10. und 13.11.2014, sowie vielfach ab November 2016 bis Ende Mai 2017
Auf www.kirchen-online.com veröffentlicht am 06.12.2014 sowie (neu) am 05.06.2017 SDG
(c) 2017 Foto-Kunst Andreas Keller

.

.

.

.

.

.

Zugriffe seit Mai 2017