Stgt-Obertürkheim · St. Franziskus

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Allgemeine Hinweise · Links

Infomationen und Links

Zur Gesamtkirchengemeinde "Sankt Urban Stuttgart" gehören heute:
· St. Christophorus in Wangen,
· St. Franziskus in Obertürkheim,
· St. Johannes Evangelist in Untertürkheim
· St. Markus in Hedelfingen. ==> kirchen-online

Auf der Website der Kirchengemeinde keine Informationen zu Kirchbau und Ausstattung.
Ausführliche chronologische Darstellung 1925 bis 2014 - basierend auf Dokumenten aus dem Pfarrbüro - s.u. unter Ziff. 8

Gedanken zur Neugestaltung 1992 siehe unten (3).

Informationen auf www.kirchbau.de
Fotos auch auf der Website www.kleinekirchen.de
Einen ganz eigenen Darstellungsweg geht Jens Naumann (2018) auf "Allein in der Kirche"

Die Architekten Otto Linder (1891-1976) und Erwin Lenz

Eine umfangreiche Darstellung von Leben und Werk Otto Linder findet man bei Wikipedia, bei der "Strasse der Moderne" ist er mit der Kirche Mariae Himmelfahrt in Baienfurt vertreten, auch auf archINFORM findet man eine umfangreiche Darstellung, Teile seines Nachlasses werden aufbewahrt im saai | Archiv für Architektur und Ingenieurbau
Bedauerlich, dass nur in dieser letzten Quelle die St. Franziskuskirche in Obertürkheim erwähnt wird.

Bei Erwin Lenz wird man dagegen kaum fündig... Kein eigener Eintrag bei Google, sein Name wird erwähnt in Verbindung mit der Kirche Mariae Verkündigung auf dem Frauenkopf und z.B. als Ko-Architekt mit Otto Linder der Kirche St. Peter und Paul in Marburg.

Geschichte

Zum 50jährigen Jubiläum ist im Programm vom 10.10.1976 ein kurzer Rückblick und einige Daten zur Geschichte abgedruckt:

Es gibt in unserem Lande viele Pfarrgemeinden, deren Anfänge Jahr-hunderte zurückreichen. Unsere Franziskusgemeinde gehört nicht dazu. Sie wurde erst im Jahre 1926 gegründet. Wir können also nicht auf eine lange Geschichte verweisen. Dennoch sind 50 Jahre, so glauben wir, Grund genug, um ein wenig innezuhalten. ... (Es) dürfte ein kurzer Hinweis auf einige Daten der Geschichte unserer Franziskusgemeinde angebracht sein.

Die tabellarische Übersicht von 1976 - ergänzt bis 2014:

1925

Errichtung der Stadtpfarrei „St. Franziskus". Zu ihr gehören etwa 900 Katholiken der Stadtteile Obertürkheim, Hedelfingen und Uhlbach. Vikar Josef Uhlmann wird zum Stadtpfarrverweser ernannt, 1931 zum ersten Stadtpfarrer.

1926

Einweihung der Holzkirche

26.11.1943

Vollständige Zerstörung der Holzkirche durch Bomben

27.07.1947

Grundsteinlegung der neuen St. Franziskuskirche - Architekt: Otto Linder

04.03.1951

Konsekration

Herbst 1953

Kreuzwegstationen (Emil Sutor)

1954

Abtrennung der seit 1929 zur Pfarrgemeinde gehörenden Stadtteile Heumaden, Ruit und Frauenkopf vom Pfarrbezirk.

30.03.1958

Weihe der neuen Orgel (Gebr. Späth)

20.09.1959

Weihe der neuen Glocken

1963

Renovierung durch Otto Linder

1969/70

Renovierung der Kirche

18.05.1970

Altarweihe

1973

In Hedelfingen wird der neuerbaute Kindergarten und der Gottesdienstraum eingeweiht. Errichtung der Pfarrei „St. Paulus/Hedelfingen-Rohracker"; Abtrennung der Stadtteile Hedelfingen und Rohr-acker vom Pfarrbezirk der Franziskusgemeinde.

1974

Renovierung durch Erwin Lenz

1977

Renovierung der Orgel

1989

Kirchturm-Sanierung

1991 / 1992

Kirchensanierung

21.03.1992

Weihe des neuen Altars

2000

Kirchenrenovierung

25.09.2005

Orgelweihe (Metzler Orgel)

Juni 2014

Umgestaltung des Chorraumes

1 · Außen

2.1 · Innen Übersicht

2.02 - 2.04: Schiff, Blick zum Chor - Aufnahmen während der Fastenzeit 2021

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2.2 · Orgel (Metzler 2005)

Disposition der Orgel

Hauptwerk (I. Manual)

Positiv (II. Manual)

Pedal

Bourdon 16’

Principal 8’

Hohlflöte 8’

Octave 4’

Spitzflöte 4’

Quinte 2 2/3’

Superoctave 2’

Terz 1 3/5’

Mixtur III-IV 1 1/3’

Trompete 8’

Salicional 8’

Rohrflöte 8’

Principal 4’

Traversflöte 4’

Flageolet 2’

Cornet 2-fach

Larigot 1 1/3

Scharff III-IV 1’

Krummhorn 8’

Tremulant

Subbass 16’

Octavbass 8’

Octave 4’

Posaune 16’

Trompete 8’

Koppeln II-I, I-P, II-P · Stimmtonhöhe a’ bei 440 Hz · Temperierung gemäßigt ungleichschwebend nach Metzler

Orgelbau Metzler, Dietikon / Schweiz · Orgelweihe am 25.09.2005
24 Register, 1558 klingende Pfeifen, mechanische Schleifladen & Registertraktur

Zur Weihe der Orgel erschien eine schöne Broschüre, aus welcher nachfolgend Inhalt / Grußwort Bischof Gebhard Fürst / Würdigung durch den Orgelsachverständigen Ludger Lohmann & Chronologie des Projekts (Klaus Reimann) zusammengestellt sind zum Download

Hören kann man das Instrument auf YouTube: Andrew Dewar spielt "Johann Sebastian Bach - Pièce d'Orgue BWV 572" · Aufnahme 2012 (mit Standbild der Orgel)
ebenso auf einer SACD mit "süddeutscher Orgelmusik", 2011 eingespielt von Martin Neu (audite 92.548)

3 · Chor - Neugestaltung 1992 (Joachim Maria Hoppe)

In seiner leichten Gestalt sollte der Tischcharakter deutlich werden. Der Altar steht formal im engen Bezug zur umgebenden Architekturgliederung.
In das Rechteck der vorgezogenen Altarstufen greift analog zur Rundbo-gennische in der Rückwand, eine Wegführung. Die aus gleichem Boden-material, jedoch bearbeiteten Steinplatten sind von Messinglinien begrenzt und führen zum Ort des Tabernakels.
Der von Ähre und Traube getragene Tabernakel trohnt auf der ihn umge-benden, aufgehenden Sonne. Der neue Tag - das angebrochene neue Leben ist hier angekündigt.
In seiner Vollendung weist dies geglückte, vollkommene Leben über den Kirchenpatron Franz von Assisi, der es lebte, hin zu uns. Kunde davon gibt der Sonnengesang.:

Gelobet seiest du, mein Herr · Mit deinen Geschöpfen · Besonders mein grosser Bruder sonn ... · ... Von dir, Höchster trägt er das Sinnbild "

Diesen Gesang möchte ich hier in meinem Gestaltungs-Vorschlag formal zum Klingen bringen.

Mit der vom Kreuz durchzogenen Sonnenscheibe wird die Altarrückwand abgeschlossen.

Gedanken zur Neugestalt, insbesondere des Chorraumes:

1970 wurde der Kirchenraum / Chorraum entsprechend den liturgi-schen Änderungen umgebaut. Dadurch entstand eine Spaltung des Altarraumes. Mit meinem Modellvorschlag möchte ich das ursprüngliche Raumkonzept wieder aufgreifen, wobei der Tisch den Mittelpunkt bildet. Um den Charakter eines "Hinterhofes" zu vermeiden, habe ich beide Mauervorsprünge entfernt. Die Nische der Rückwand wurde freigelegt.
Da ein Abbau der drei rückwärtigen Stufen nicht möglich ist, ziehe ich diese nach vorne. Auf der Mahlebene bildet der Altar das Zentrum.


AMBO, ALTAR, TABERNAKEL: Entwurf und Gestaltung: Joachim Maria Hoppe, 1992

3.03: Foto des Altars in der Fastenzeit 2021
3.05 - 3.08: Tabernakel
3.12 - 3.14: Sonnenscheibe mit Kreuz
3.20: Ambo
3.21 - 3.23: Vortragekreuz
3.31 - 3.34: Kerze und Taufschale

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Der Ambo steht wie der Altar im Messingrund umgeben. Hier führt es geöffnet über die Stufen ins Kirchenschiff. Die Wirkung des verkündeten Wortes ist an uns gerichtet. In Blütenform, aus dem Boden wachsend, ist der Ambo auf der tiefer liegenden Wortebene aufgestellt. Zu beiden Seiten sind dann die Sedilien angeordnet.

4 · Seitenchor links

4.02: Fenster Alpha und Omega mit Heilig-Geist-Taube (Valentin Saile 1950)
4.03 - 4.07: ehemals Hängekreuz im Hauptchor
4.08 - 4.12: Kruzifixus

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5 · Madonna, Hll. Antonius & Franziskus, ehemaliges Taufbecken

5.01 - 5.05:Madonna mit Kind (schwäbisch um 1430, Kopie)
5.11 + 5.12 / 5.13 - 5.15: Schiff hinten - Hll. Antonius & Franziskus
5.21 - 5.23: ehemaliges Taufbecken

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6 · Kreuzwegstationen

Künstler: Emil Sutor, Karlsruhe (1951)
Details zum Kreuzweg und weitere Kreuzwegdarstellungen hier und hier

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7 · Glocken

Glocke 3 in g' Franziskus-Glocke 636 kg
"O Franziskus, bitt für uns, heiliger Vater, segne uns"

Glocke 4 in a' Totengedächtnis-Glocke 449 kg
"Requiem aeternam dona eis Domine" (Herr, gib ihnen die ewige Ruhe)

Glocke 5 in c' Schutzengel-Glocke 246 kg
"Ihre Engel schauen immerfort das Angesicht des Vaters,
der im Himmel ist"

gegossen am 02.09.1959 bei der Firma A. Bachert, Heilbronn,
geweiht am 20.09.1989 durch Domkapitular Dr. Hubertus Wurm.

Glocke 1 in c Dreifaltigkeits-Glocke 2.294 kg
"Gloria Patri et filio et Spiritu Sancto" (Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem Heiligen Geiste)

Glocke 2 in e' Maria-Friedenskönigin-Glocke 1.128 kg
"Ave Regina Pacis, Ora pro nobis" (Königin des Friedens, bitt für uns)

8 · Historische Dokumente und Fotos zur Chronik

Da es keinen Kirchenführer gibt, wurde zur Darstellung der Geschichte der St. Franziskuskirche das Pfarrarchiv in Obertürkheim zu Rate gezogen. Besonders fruchtbar war bei der Recherche eine handgeschriebene "Chronik der kath. Stadtpfarrgemeinde Stuttgart-Obertürkheim 1926 – 1979", bis Anfang der 1960er Jahre in Sütterlin geschrieben und teilweise schwer lesbar. Worte, die nicht entziffert werden konnten, sind mit #?# gekennzeichnet. Ab 1969 gibt die Gemeinde "Kirchliche Mitteilungen" heraus, zunächst im Wochenrhythmus, dann 14tägig, später monatlich. Diese werden Anfang unseres Jahrhunderts durch "Sankt Urban im Fokus" abgelöst, eine Zeitschrift für die 4 Teilgemeinden der neu geschaffenen Gesamtgemeinde St. Urban.

Vor allem aus diesen Quellen setzt sich die nachfolgende Darstellung zusammen, wobei zur Unterscheidung die handschriftliche Chronik mit Kursiv-Schrift gekennzeichnet wird, die Kirchlichen Mitteilungen (KM) durch Normalschrift und eine im Buch eingelegte 3seitige, maschinengeschriebene Chronik (1925 - 1959) in entsprechender Schrifttype.

Ergänzungen / Korrekturen etc. sind herzlich willkommen!

8.1 · Bilder der ersten Kirche (1928)

8.2 · Pfarrchronik Innentitel

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S. 1 [Sütterlin]:

Chronik der kath. Stadtpfarrgemeinde Obertürkheim

[Stempel]

Stuttgart-Obertürkheim

1926 –

„Dem Könige der Ewigkeit,

dem Unsterblichen und Unsichtbaren,

dem alleinigen Gotte

sei Ehre und Herrlichkeit

in alle Ewigkeit! Amen

1. Tim. 1, 17

8.3 · Pfarrchronik 1926 - 1943

Februar/März 1926

erstmals Wahl einer Ortskirchensteuervertretung und eines Kirchenstiftungsrates (12)

Februar 1927

Stgter Gemeinderat beschließt die Errichtung einer kath. Volksschule (2 Lehrstellen) in Obertürkheim (l4)

20.4.27

Kirchl. Weihe der neuerstellten Schulbaracke für die kath. Schule (17)

Mai 1927

Kauf des Schwesternhauses in Goethestr. 11 (23 OOO M)- Krankenpflege + Kindergarten (19)

8.7.27

Oberlehrer Joos von Steinbach hierher an die Schule (20)

12.2.28

Einweihung des Schwesternhauses und des Kindergartens: Barmherzig Schwestern Chlodewigis / Krankenschw. und Sr. Servula (?) als Kinderschwester (22)

23.5.28

Sr.Servula versetzt, dafür Sr. Gerda

13.10.28

Sr. Hormisda als Nähschwester, Eröffnung der Nähschule

1.4.29

Heumaden, Ruit und Rohracker kommen zum Pfarrverband Obert. (29)

1.8.30

1. Grundstückserwerb für Kirchenbau Obert.(33)

17.4.31

Pfarrverweser Josef Uhlmann zum Stadtpfr. ernannt (36)

10.10.31

Sr. Magdalena zusätzlich als Krankenschwester; nun 4 Schwestern

16.6.33

Volkszählung: Katholiken in Ø.II. = 743, in Hedelfingen = 266, in Uhlbach 70, in Heumaden 78, in Rohracker 35, in Ruit 26, zusammen 1218 bei einer Gesamtbevölkerung von 14 386 (49)
Vorarbeiten für Kirchenbau: Bettelbriefe.
Predigten für Kirchenbau (54)
Gutachten: Kirche mit 600 Sitzplätzen, Kosten ohne Pfarrhaus und ohne Ausbau der Unterkirche 130 000 M (56)

2.5.36

1.Parzelle käuflich erworben (56)

Osterwoche 1936

Abschaffung der kath. Konfessionsschule hier (57)

31.l0.36

Pfarrgemeindehelferin Sr. Norberta

1.4.37

Nach Stgt eingemeindet: Uhlbach, Heumaden, Rohracker (66)

17.4.37

Für Sr. Chlodewigis kommt Sr. Theogena (67)

9.6.37

Zahl der Pfarrangehörigen laut Kirchenkartei: O.H. 891, Hedelfingen 334, Heumaden 126, Uhlbach 115, Rohracker 91, Ruit 26 (67)

22.12.37

Entscheidung für Entwurf von O. Linder (78)

25.5.38

Baugesuch beim Baupolizeiamt. Ablehnung durch die Stadt am 14.7.38. Entwurf entspreche nicht in architektonischer und städtebaulicher Beziehung, zudem auf Grund der Rohstoffknappheit nicht ein Bau zu verantworten. 2.Fassung des Baugesuchs, erneute und endgültige Absage (84/5)

22.2.40-22.11.40

Krankheitsvikar Andreas König zur Entlastung des erkrankten Stpfrs. Auf König folgt Vikar Martin Übelhör (87)

14.12.40

+ Sr. Magdalena, die 2. Krankenschwester

Meldungen über Gefallene, Trauergottesdienste (87 ff)

21.6.41

Maximilian Joos, der 1. ständige Lehrer der ehemaligen kath. Volksschule, seit Nov. 1929 Leiter des Kirchenchores, stirbt. (9l)

Es mehren sich die Fliegeralarme (93)

4.4.43

Sr. Chlodewigis beerdigt (94)

15.1.43

Vik. Übelhör eingezogen

26.11.43

totale Zerstörung der Holzkirche (94), ev. Pfr. Mauch bietet die Petruskirche zum Gottesdienst an; 2 Gottesdienste am Sonntag, der 3. im Schwesternhaus (95) + Werktagsgottesdienst

Verlagerung der Kinder aufs Land (95)

8.4 · Pfarrchronik 26.11.1943

S. 94 & 95
Am 26. Nov. 1943 wurde unser Holzkirchlein bei einem nächtlichen Fliegerangriff über Stuttgart durch Brandbomben total zerstört. Als Holzbau mit einem Dach aus Dachziegeln brannte die Kirche in kurzer Zeit sollständig nieder. Die ganze Innenausstattung, samt Harmonium mit allen Kirchenchor-Musikalien u. die im Nebenraum der Kirche untergebrachte Pfarrbücherei mit 1000 Bänden, sämtliche Ministrantenkleider u. -Röcke, einige Meßgewänder u. sonstige Gegenstände gingen in Flammen auf. Auch das #?# verbrannte. Das Allerheiligste, das bei jedem Fliegerangriff im Luftschutzkeller des Pfarrhauses aufbewahrt wurde, ist gerettet worden. Desgleichen die meisten Meßgewänder u. kirchlichen Geräte. Die Glocke und alle Glasfenster sind in der Hitze des Feuers zerschmolzen. Der Stadtpfarrer mit der Brandwache griffen sofort ein, um zu retten, was zu retten war. Die Heilbronner Feuerwehr legte den Brand schwarz. Am anderen Tage bot der evangel. Stadtpfarrer Mauch von Obertürkheim dem kath. Stadtpfarrer die Petruskirche auf dem Friedhof zur Abhaltung des kath. Gottesdienstes an. Da die evangel. Kirchengemeinde die Petruskirche nur selten zum Gottesdienst benützte, stand die Kirche den Katholiken fast zur alleinigen Verfügung. Zunächst fanden Sonntags 3 Vormittagsgottesdienste statt u. zwar um 7.30 Uhr u. 9.45 Uhr droben in der Petrus-Friedhofskirche und 8.43 Uhr hauptsächlich für die Kleinsten, Alten u. Kranken im Schwesternhaus. Auch die Sonntag-Abendandachten u. Werktagsmessen wurden im Schwesternhaus gehalten. Das Allerheiligste wird im Pfarrhaus in einer kleinen Notkapelle aufbewahrt. Zum Gottesdienst wird es in einem Handtabernakel jeweils in die Friedhofskirche u. ins Schwesternhaus getragen u. wieder zurückgebracht. Nur am Sonntag bleibt es den ganzen Tag in der Notkapelle des Stadtpfarrhauses.

Der Krieg ging weiter. Jeden Tag die Fliegerangriffe. Meistens Mittags u. Abends. Viele Einwohner von Obertürkheim kannten nur noch den Weg zum u. vom Bunker, der 2000 – 3000 Menschen faßte u. vielen Obertürkheimern das Leben rette. Der Stadtpfarrer blieb mit dem Allerheiligsten immer im Pfarrhaus, obgleich ihn die Pfarrkinder immer wieder aufforderten, auch in den Bunker zu gehen. …

8.5 · Pfarrchronik 1944 - 1949

2.3.44

schwerer Luftangriff, 80% der Häuser in O.H. zerstört oder beschädigt, auch das Pfarrhaus und das Schwesternhaus (96)

Ev. Gemeindehaus zerstört, alle ev. Gottesdienste nun auch in der Petruskirche (96)

22.4.45

Übergabe der Stadt Stgt, vorher alle Brücken gesprengt, Franzosen hausen böse (99ff)

Juli 1945

Rückkehr von Vikar Übelhör (l0l)

10.3.46

1. Meßfeier in Ruit im ev. Gemeindehaus seit der Reformation (102)

1946

Für Übelhör kommt D'Andre, dann P. Ritter (103)

4.11.46

Sr. Hildebalda als neue Krankenschwester

Linder und Uhlmann werden wegen der Kirchbaufrage (Baumaterial, Zement, Holz) bei der Militärregierung vorstellig, viele Verhandlungen, große Verdienste von Direktor Albrecht.

20.9.46

Entfernung der Obstbäume auf dem Kirchbauplatz, mühsame Beschaffung von Baumaterialien, Lebensmitteln für die Arbeiter, jeden Tag für 20-25 Arbeiter gekocht (109)

27.7.47

Grundsteinlegung (112) ==> Chr02

14.7.48-23.7.48

Steinaktion im zerstörten Europ. Hof in Stgt, 40 000 Backsteine werden geholt, lobenswerte Mitarbeit der Pfarrangehörigen, insgesamt wurden ca 80 000 Steine besorgt (124)

8.12.48

Richtfest der Kirche (128)

10.4.49

feierl. Benediktion der Unterkirche

Grundsteinlegung 27.07.1947 & Richtfest 08.12.1948

S. 128

Am 8. Dezember 1948 – am Fest Mariä Unbefleckte Empfängnis ist um 16 Uhr das Richtfest der Kirche. Wieder ein bedeutungsvoller Tag in der Kirchenbaugeschichte Obertürkheims.

8.6 · Pfarrchronik 1950 - 1951

S.132
Über dem Altar der Unterkirche schuf ein 26jähriger junger Künstler, Herr Oskar Linder, Mitglied unserer Pfarrgemeinde ein Fresco-Bild: die moderne #?# unter dem Kreuze. Diese Kreuzigungsgruppe über dem Altar erscheint wie eine Plastik, so stark u. intensiv, so lebendig u. natürlich, wirkt die schlichte Erhabenheit des Bildes auf den Beschauer. Christus am Kreuz überlebensgroß dargestellt, scheint aus seinem tiefen Empfinden heraus geschaffen. Aus der Gestalt der Flüchtlingsfrau, die ein Kind auf dem Arm trägt u. der Gestalt des Heimkehrers, spricht das Leben, das ungeschminkte Bild des Lebens unserer Tage.“ (Siehe unsere Untertürkh. Zeitung Nr. 97 vom 27.4.50).

S. 139
Am 18.7.50 überträgt der Kirchenstiftungsrat die Herstellung der Kirchenfenster der Firma Valentin Saile mit einem Kostenvoranschlag von 2143.- DM. … Saile muß zugestehen, daß Herr Volker Linder als Mitglied der Pfarrgemeinde die Fenster der Taufkapelle mit Symbolen versehen darf. …

S. 140
Am 6.10.50 setzt Fa Valentin Saile die Kirchenfenster ein, am 9.10. die Fenster im Chor, am 20.11.50 die letzten Fenster. …

Am 10.1.51 bringt Steinmetzmeister Veigel die 3 Altar-Mensae. Die Altarplatte für den Hochaltar ist 3,5 m breit und wiegt 22 Ztr. Die Altarplatten für die Seitenaltäre 1,8 m breit u. 12 Ztr. schwer. Mit großer Mühe werden die Altarplatten in die Kirche geschafft u. am 13.1.51 werden die Altart-Mensen von Arbeitern der Fa. Will mittels eines großen Gerüstes auf die Altäre aufgebaut. … Die Kommunionbank wird an Kunstschlosser Schindler, Stuttgart, in Auftrag gegeben, desgleichen die Abschlußgitter zwischen Chor u. Taufkapelle. Der Taufstein wird an Schaller, Neuhausen vergeben …

4.3.51 Konsekration der Kirche durch Bischof Leiprecht (l4l)

S. 141
Am 4. März 1951 ist der Tag der Konsekration der #?# St. Franziskus Kirche in Obertürkheim durch den Ehrwürdigsten Herr Bischof Dr. Karl Josef Leiprecht. Ein Fest- und Freudentag für die Pfarrgemeinde St. Franziskus.

==> Chr04 + Chro5

1.6.51 Ausbau der Glockenstube wird beschlossen

8.7 · Kirchenweihe 04.03.1951

    • Chro04

    • Chor05

aus der Chronik S. 143

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8.8 · Innen / Statue des Hl. Josef

S. 144
Am 23. Juli 51 bringt Bildhauer Sutor aus Karlsruhe die Statue des hl. Josef u. hängt sie in [der] Kirche auf. Sie kostet 1800.- DM u. ist ein Schmuckstück u. ein Andachtsgegenstand in unserer neuen Kirche.

8.9 · Kreuzwegstationen · Kirchturm

S.153
Bald soll unsere neue St. Franziskuskirche auch einen neuen Kreuzweg bekommen mit 14 Kreuzwegstationen. Bildhauer Sutor, Karlsruhe, hat den Auftrag bekommen und will bei sofortiger Bestellung des Kreuzweges die einzelnen Kreuzwegstationen 50.- DM billiger liefern, also um 250.- DM. Stadtpfarrer Uhlmann erläßt wieder einen Aufruf an die Gemeinde zu Stiftungen einzelner Stationen. Der Aufruf findet einen guten Widerhall. Ganze Kreuzwegstationen haben gestiftet: … Im Ganzen wurden für die Kreuzigungsstationen gestiftet: 3710,81 DM. So wurde der ganze Kreuzweg gestiftet. Ende August – Anfang Sept. 53 werden die Kreuzigungsstationen eingebaut von Arbeitern der Firma Will. Die einzelnen Stationen, von dem anerkannten Künstler Bildhauer Sutor geschaffen, sind formvollendet u. passen in unser Gotteshaus. …

S. 158-160
Die große Aufgabe auf dem Weg zur Vollendung unserer Kirche ist die Vollendung des Kirchturms: der Aufbau der Turmspitze und die Verkleidung des Kirchturmes u. südlichen Giebelrand mit Travertinplatten. Diesbezüglicher Beschluß des Kirchenstiftungsrates vom 10.2.54 die Holzkonstruktion der Turmspitze wird der Firma Karl Kübler, Stuttgart übertragen. … Am 28. Mai 54 wird das Turmkreuz unter Anteilnahme der Umgebung aufgerichtet. „Stat crux, dum volvitur orbis.“ … Am 21.8.54 sind die Arbeiter der Fa. Fritz Schauffele mit der Travertinverkleidung des Chor-Giebels fertig. Sie werden für ihre gute rasche Arbeit mit einem Mittagessen belohnt – je 1 Flasche Wein, 1 Ripple mit Brot - . Von 12 – 14 Uhr ist der Stadtpfarrer mit Ihnen zusammen. Gott sei Dank! das Werk ist geleistet – die Kirche ist in ihrer äußeren Gestalt vollendet. Wieder hat St. Josef – unser himmlischer Bauherr - seine schützende Hand über das Werk gehalten.

8.10 · Pfarrchronik 1956 - 1958

S. 183
Am 31. Okt. 1956 tritt der evangelische Pfarrer Mauch in Obertürkheim in den Ruhestand. Er trat sein Amt in Obertürkheim an im Jahre 1935. Pfarrer Mauch war gegenüber der kath. Kirchengemeinde tolerant und stellte im Jahr 1943 nach der totalen Zerstörung der kath. Notkirche die evang. Petruskirche auf dem Obertürkheimer Friedhof bereitwillig für den kath. Gottesdienst zur Verfügung. 6 Jahre lang, bis zum 10. April 1949 (Benediktion des Gemeindesaals der Unterkirche) gab er den Katholiken Gastrecht in der evang. St. Petruskirche. Dafür sei Pfarrer Mauch i. R. herzlicher Dank gesagt!

Am Sonntag, den 4. Nov. u. Montag, den 5. Okt. 1956 findet der diesjährige Wohltätigkeitsbazar zugunsten der neuen Orgel statt. … Der Reinerlös für die Orgel: 3972.73 DM

S. 186
Am 7. Januar 1957 hat das Bischöfliche Ordinariat die Anschaffung einer neuen Orgel für unsere St. Franziskuskirche genehmigt. Am gleichen Tage beschließt der Kirchenstiftungsrat die Anschaffung der neuen Orgel nach dem Vorschlag des bischöflichen Orgelbaumeisters Studiendirektor Löffler u. dem Stuttgarter Orgelintendanten H. Böhringer mit mechanischer Schleiflade um den Preis von 41000.- DM. hierzu 1/3 bei der Auftragserteilung, die am 21. Januar 1957 erfolgte, 1/3 bei der Lieferung der Orgel u. 1/3 Rest in monatlichen Raten nach Möglichkeit. Lieferungstermin ist 29. Sept. 1957, 8 Tage vor dem Kirchenpatrozinium.

S. 192
Am Palmfreitag, den 30. März 1957 um 17 Uhr die Weihe der neuen Orgel durch den S.S. Dekan Montsignore Vogel. Vorführung der Orgel durch S. S. Studienrat Dr. Böhringer. … Die Weihefeier gestaltete sich eindrucksvoll. Die Mitwirkenden haben ihr bestes. Die neue Orgel kostet 46238,60 DM.

30.3.58 Weihe der neuen Orgel (23 Register, 2 Manuale, ca 2000 Pfeifen (193)

8.11 · Orgelweihe 30.03.1958

S. 200

Am 16. Januar 1959 erhielt Fa. A. Bachert, Glockengießerei in Heilbronn den Auftrag zur Lieferung eines Glockengeläuts von 5 Glocken in der Tonlage c‘ – e‘ - a‘ – c“ …

20.9.59 Glockenweihe von 5 Glocken (205)

S. 203

Am Mittwoch, den 2. Sept. 1959 wurden in der Glockengießerei Fa. A. Bachert in Heilbronn die 5 neuen Glocken für unsere Franziskuskirche gegossen. … Am Freitag, den 20. September 1959 weihte der Hochwürdigste Herr Domkapitalur Dr. Hubertus Wurm, Rottenburg, die 5 neuen Glocken der St. Franziskuskirche.

8.12 · Pfarrchronik 1969 / 1970 - Altarweihe

S. 247
Altarweihe St. Franziskus
Im November 1969 begann die Renovation der St. Franziskuskirche nach den Plänen des Architekten A. D. Linder. Der Innenraum erhielt einen neuen Anstrich, eine neue Decke wurde eingezogen, der frühere Chorbezirk zur Werktagskirche umgebaut. Die Altarplatte des früheren Marienaltars wurde wiederverwendet. Kreuz und Tabernakel schuf Herr Herzer / Schwäbisch Gmünd. Bei einer Reihe von Arbeiten hatte die Gemeinde tatkräftig mitgeholfen.

Am Pfingstmontag, 18. Juni 1970, wurde durch H. H. Generakvikar Dr. Knaupp der Altar geweiht und die Kirche damit wieder ihrer Bestimmung übergeben. …
[NB: Datumsfehler in der Chronik: Die Altarweihe fand am 18. Mai 1970 statt]

Ende der handschriftlichen Pfarrchonik

Eine Weiterführung der Chronik erübrigt sieh, da über die Vorgänge in der Gemeinde in den Kirchlichen Mitteilungen regelmäßig berichtet wird.

8.13 · aus den Kirchlichen Mitteilungen (KM) 1969 & 1970

KM Oktober 1969
Vor Beginn der Kirchenrenovation
Das Bischöfliche Ordinariat hat die Pläne des Herrn Architekten Linder zur Renovation unserer Franziskuskirche genehmigt. Sobald wir mit den Arbeiten beginnen - der genaue Termin steht noch nicht fest - halten wir die Kirche geschlossen. Sämtliche Gottesdienste - an Sonntagen und Werktagen - finden dann in der Unterkirche statt. Bei der jetzigen wirtschaftlichen Situation ist es nicht leicht, wunschgemäß die notwendigen Arbeiter zu bekommen. Wir hoffen aber, in den Wintermonaten mit den Arbeiten besser voranzukommen als im Sommer.

KM 10. November 1969
Beginn der Kirchenrenovation
Eine Kirchenrenovation ist immer „harte Sache". Auch wenn ein Pfarrer wiederholt versichert, daß er ja nicht allein, auf eigene Faust eine Renovation beschließt und durchführt, er muß halt doch – im Unterschied zu einem Vikar - „den Kopf hinhalten". Das gehört nun einmal zu seinem „Schicksal“. Gestützt auf die Entscheidungen des Bischöflichen Ordinariats und des Pfarrgemeinderats muß er es auf sich nehmen. So wird es nun auch bei uns sein, wenn wir mit der Renovation unserer Franziskuskirche beginnen.
Fast 20 Jahre sind es her, daß unsere Kirche innen ihren ersten Anstrich erhielt. Daß er erneuerungsbedürftig ist, wird niemand leugnen können. Verschmutzt, verrußt und an vielen Stellen fleckig von Wasserschäden ist unser Gotteshaus in seinem Innern nicht gerade eine besondere Zierde. Man vergleiche etwa nur die Kirchen unserer Nachbargemeinden in Esslingen Wangen und Untertürkheim! Überall hat man sich längst an notwendige Renovationen gemacht - ich zitiere außer den vorgenannten Kirchen nur St. Georg, St. Fidelis, Liebfrauen/Bad Cannstatt usw.! Niemand wird also behaupten können, daß wir hier „vorpreschen". Aber darauf kommt es letztlich nicht an. Wir müssen vielmehr als Gemeinde daran interessiert sein, ein sauberes, würdiges Gotteshaus zu besitzen. Das war damals vor fast 20 Jahren der Wunsch der Gemeinde. Das muß er auch in unseren Tagen sein.
Wir können uns nicht damit begnügen, den Raum nur frisch zu tünchen. Wir können nicht so tun, als hätte sich in der katholischen Kirche seit 20 Jahren nichts verändert. Denken wir nur an die Liturgie, an die Beschlüsse des Konzils! Sie sprechen auch vom Kirchenbau, von der Ausstattung des Kirchenraumes. Es würde zu weit führen, hier Einzelheiten anzuführen. Hier nur ein Beispiel: wir hatten in unserer Kirche bisher drei Altäre — mit dem provisorisch aufgestellten sogar vier. An den beiden Nebenaltären wird das ganze Jahr über nicht einmal zelebriert. Sie haben also praktisch keine andere Funktion, als Abstellfläche für Blumen und Kerzenleuchter zu sein. Ist das der Sinn, die Funktion eines Altares? Sicher nicht! - So werden wir künftig nur einen einzigen Altar haben. Wir werden ihn so aufstellen, daß er näher zur Gemeinde steht. Dafür falten die Kinderbänke weg. Der jetzige Chorraum bietet sich als „Werktagskirche" an.
Auch wenn uns die Handwerker nicht im Stich lassen, müssen wir für die ganze Renovation doch mit einigen Monaten rechnen. Das bedeutet: ab Montag, 10. November, sind werktags wie sonntags alle Gottesdienste in der Unterkirche, Eingang durch den Garten von der Aprikosenstraße her. Bis zum Ende der Renovation bleibt oben die Kirche für alle geschlossen. Im geheizten Gemeindesaal werden wir die „Notzeit" überstehen. Tun wir es mit viel Geduld in der Zuversicht: im Laufe des kommenden Jahres innen wieder ein schönes, würdiges Gotteshaus zu haben!

KM März 1970
Wie stehts um die Renovation?
Inzwischen ist die Kirchendecke fertig geworden. Die Gipser haben die alte Stirnwand, an der früher das mächtige Balkenkreuz hing, verputzt und eine Rabitzblende eingezogen. Nun sollen die Wände getüncht werden. Unterdessen wurden auch die vorbereitenden Planungsarbeiten für die Gestaltung des Altares - die alte Altarplatte wird weiterhin benützt — der Tabernakelsäule und des Ambos abgeschlossen, der Bodenbelag für den ehemaligen und neuen Chorbezirk ausgewählt. Sobald die Gipser fertig sind, soll die Orgel gereinigt werden - ein Großteil der Pfeifen wurde ja vor Beginn der Renovation abgebaut — wie es vor Jahren schon erforderlich war. Wegen einer möglichen Renovation hatten wir diese Arbeit aber immer wieder zurückgestellt.
Die neue Marienfigur, eine Kopie einer gotischen Madonna, soll an der Säule, an der einst die Kanzel stand, künftig ihren Platz finden. Das Balkenkreuz, einst nur als Provisorium gedacht, wird durch ein mit einem Corpus versehenes Hängekreuz ersetzt. — Für alle Spenden zur Madonna, zum Kreuz und Tabernakel sagen wir ein herzliches Vergelts Gott!

KM April 1970
Kirchenrenovation
Noch vor Ostern konnten wir das Gerüst aus der Kirche entfernen. Die Gipser- und Malerarbeiten sind nun abgeschlossen. Zur Zeit wird gerade der Chorraum mit Platten beleqt. Bis zum Ende des Monats soll der Altar stehen. Bis dahin soll auch das Kreuz fertig sein das einmal hinter dem Altar aufgehängt wird. Wir hoffen sehr, wenn uns nicht noch einige Handwerker „versetzen", bis zum Pfingstfest wieder oben in der Kirche Gottesdienst halten zu können.

KM 18. Mai 1970
Altarweihe
Am Sonntag, 9. November 1969, hatten wir die letzte hl. Messe in unserer Franziskuskirche gefeiert. Dann begann die Renovation mit all ihren Mühen. Wir mußten in den Gemeindesaal umziehen und dort alle Gottesdienste halten. Sicher sind alle von Herzen froh, wenn nun diese Zeit des Notbehelfs zu Ende geht. Der knarrende Fußboden, die schlechte Akustik im Saal mit seiner schlechten Beleuchtung und andere unliebsame Begleiterscheinungen ließen uns spüren, was wir an einem schönen Gotteshaus haben. Wir hoffen sehr, daß unsere liebe Franziskuskirche nach der Neugestaltung des Innenraums der ganzen Gemeinde gefallen wird.
Gern wären wir schon am Pfingstsonntag in die renovierte Kirche eingezogen. Leider ist vom Liturgischen her an Hochfesten eine Altarweihe nicht erlaubt So soll nun am Pfingstmontag den 18. Mai, um 10.00 Uhr durch den Herrn Generalvikar Dr. Knaupp der Altar geweiht und damit die Kirche wieder ihrer Bestimmung übergeben werden. Wir laden Sie zu dieser Feier recht herzlich ein. Die Frühmesse am Pfingstmontag feiern wir noch im Gemeindesaal.
Bevor wir wieder die Franziskuskirche benützen, haben wir nach vielen Seiten zu danken: dem Erbauer der Kirche, Herrn Architekt Linder, der die Neugestaltung geplant und durchgeführt hat, Herrn Architekt Herbst für die Koordinierung der einzelnen Arbeiten, allen an der Renovation beteiligten Firmen, jenen Männern und Frauen, die viele Stunden mitgeholfen haben, allen voran unserem lieben Mesnerehepaar Herrn und Frau Hägele, und nicht zuletzt allen, die durch ihre Spenden ihre Verbundenheit mit unserer Pfarrkirche bezeugt haben. Alles, was in diesen Monaten aus Liebe zum Hause Gottes und damit zu Gott selbst geschehen ist, vergelte Er überreich! Unser Wunsch ist es, daß der neugestaltete Raum stärker als zuvor uns als Gemeinde zusammenführe in der Feier der hl. Eucharistie.
Wer den Kirchenraum betritt, erkennt sogleich, daß klare Akzente gesetzt worden sind:
nur ein Altar, an dem an jedem Tage das hl. Opfer dargebracht wird. Das mächtige Kreuz macht zeichenhaft deutlich, was wir als Gemeinde in jeder Meßfeier bekennen: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir…!“ Unübersehbar die Tabernakelsäule mit dem Tabernakel! Vielleicht ist es gerade in unseren Tagen besonders notwendig, die Gegenwart des eucharistischen Herrn so zu betonen. Auf der anderen Seite wissen wir uns mit ihm verbunden durch sein Wort, das uns am Ambo verkündet wird. Nicht vergessen haben wir das Bild der Mutter unseres Herrn. Es ist eine Kopie einer gotischen Madonna. Wenn sie nicht so überdimensional groß ausgefallen ist wie die frühere Marienfigur, so bedeutet das keineswegs eine Geringschätzung Mariens.
Die im früheren Chorbereich entstandene „Werktagskirche“ ist seitwärts durch die Taufkapelle zu erreichen. Sämtliche Gottesdienste an den Werktagen und auch die Andachten an den Sonntagen - mit Ausnahme der Vespern an den Hochfesten – wollen wir künftig in der Werktagskirche halten. Nehmen Sie bitte dann immer dort Platz!
Was der Kommunionvers des Kirchweihfestes zum Ausdruck bringt, werde uns und allen, die noch nach uns die Franziskuskirche betreten, zuteil: „Mein Haus ist ein Haus des Gebetes, so spricht der Herr. Wer da bittet, empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan!"

8.14 · Bilder des neu gestalteten Chorraums

8.15 · KM Juni 1977

Renovierung der Orgel
Seit geraumer Zeit macht uns, vor allem unseren Organistinnen, unsere Orgel sehr zu schaffen. Überaus anfällig bei feuchter Witterung wie bei länger anhaltender Trockenheit ist sie häufig verstimmt oder - wie unlängst wieder - versagt sie ganz ihren Dienst. Einige der 23 Register sind z. T. gar nicht spielbar. Der Dauerpfeifton, den sie ständig von sich gibt, trägt gerade nicht zur inneren Sammlung der Gemeinde bei. Der Orgelsachverständige, Herr Dr. Böhringer, war 1958 bei der Planung und beim Einbau der Orgel maßgeblich beteiligt. Er hat jetzt ein Gutachten über den Zustand der Orgel erstellt. Dr. Böhringer gibt unserer Orgel ohne eine gründliche Überholung höchsten nur noch eine Lebenschance von zwei Jahren. Dann würde sie völlig unbrauchbar sein. Sie etwa jetzt durch eine neue Orgel - gar eine elektronische - zu ersetzen, hat der Kirchengemeinderat mit Recht abgelehnt. So bleibt uns nichts anderes übrig, als die gründliche Überholung nun durchführen zu lassen.

Seit dem Einbau unserer Orgel hat es, wie die Fachleute versichern, große Umwälzungen im Orgelbau gegeben, die eine derartige Anfälligkeit der Orgel, wie wir sie erleben, völlig ausschließen. Zwei Firmen haben Angebote vorgelegt. Der Kirchengemeinderat wird demnächst in Absprache mit dem Orgelsachverständigen die Arbeiten vergeben. Für uns heißt das, daß wir uns für einige Wochen auf eine „orgellose" Zeit gefaßt machen müssen. Doch was tut's, wenn sie nachher nur um so schöner erklingt!

8.16 · KM 1985 / 1986

KM Januar 1985
2. Renovierung der St. Franziskus-Kirche
Für dieses Vorhaben hat sich inzwischen ein Bauausschuß konstituiert, der einen vorläufigen Maßnahmenkatalog erstellt hat. Zur Zeit untersuchen ein Architekt und zwei zu Rate gezogene Künstler die baulichen und gestalterischen Möglichkeiten.

KM Oktober 1986
Mit der Feier des Kirchenpatroziniums zum Franziskus-Fest und einem Pontifikalamt mit Weihbischof Franz Josef Kuhnle soll das Jubiläumsjahr seinen offiziellen Abschluß erfahren. Wir laden alle Gemeindeglieder herzlich zur Mitfeier ein. Wir begrüßen schon jetzt alle Gäste aufs herzlichste, insbesondere Herrn Weihbischof Kuhnle, Herrn Dekan Msgr. Gunzenhauser, alle Geistliche, ehemalige Vikare und Schwestern, die Vertreter der evang. Kirchengem* der Stadt und der Schulen.
SONNTAG, 5. Oktober 1986 10.00 FESTGOTTESDIENST zum Patrozinium
14.30 Kaffeestunde
16.00 FEIERSTUNDE zum GEMEINDEJUBILÄUM
Festvortrag von Herrn Dekan Gunzenhauser
SONNTAG, 12. Oktober 1986 10.00 PONTIFIKALAMT mit Predigt von Weihbischof Franz Josef Kuhnle

8.17 · KM 1989

KM September 1989
UNSER KIRCHTURM IM NEUEN GEWAND
So geteilt wie dieses Blatt durch den Kirchturm, so geteilt wird das Echo der Gemeinde sein auf den Beschluß des KGR, den er in seiner Sitzung am 17.7.89 endgültig über die Zukunft unseres Kirchturms zu fassen hatte. Herr Architekt Michel legte nochmals die Voraussetzungen dar. Nach dem notwendig gewordenen Abbruch der Travertinfassade zeigten sich verheerende Schäden am Betongerippe: weite Betonteile waren abgebröckelt, daumendicke Moniereisen fast zur Hälfte durchgerostet. Sollten jemals wieder Glocken läuten dürfen, müssen die desolaten Betonpfeiler erst durch Wegklopfen brüchiger Teile, durch Sandstrahlen der alten und Einbringung neuer Eisen, zuletzt durch Spritzbeton saniert werden. Die Kosten für Gerüst, Sicherungs- und Abbrucharbeiten, Betonsanierung und Gutachterhonorare belaufen sich auf 315.000 DM. Herr Michel erklärte, auch nach der Betonsanierung am Turm könne keine absolute Sicherheit für eine sehr langfristige Haltbarkeit gegeben werden. Vor diesem Hintergrund lautete die entscheidende Frage: billigeres Verputzen (mit Kontrolle) oder sehr teures Verkleiden mit Natursteinen (ohne Kontrolle)? Nach neuesten Kostenberechnungen drückte sich dies in Zahlen so aus, jeweils einschließlich der o.g. Vorarbeiten: 482.000 DM bei Verputz, 1.088.000 DM bei Natursteinverkleidung!
Der KGR berücksichtigte bei seiner Entscheidung das Ergebnis der Frageaktion. Im Gottesdienst neigte eine schwache Mehrheit zum Verputzen. Bei der anderen Frageaktion stimmten von den 57 (!) abgegebenen Voten zwei Drittel für eine Natursteinverkleidung. Die Spendenansätze waren auch erfreulich, die geforderte Summe ließ sich keineswegs aufbringen.
Das Geld sollte außerdem sofort zur Verfügung stehen. Für Beschaffungsaktionen war keine Zeit. Der KGR dankte auch allen bisherigen großzügigen Spendern, mit denen wegen der Intention ihrer Spende nochmals Kontakt aufgenommen werden soll.
Die Entscheidung: Der KGR beschließt mit acht gegen zwei Stimmen, den Kirchturm aus den gegebenen Kostenzwängen verputzen zu lassen, dergestalt, daß eine spätere Verkleidung mit Naturstein möglich ist.
Alle Mitglieder des KGR bedauerten, daß damit ein Stück gewachsener Bau- und Kirchengeschichte nicht erhalten werden konnte, weil die Kosten mit über einer Million davongelaufen wären. Mit dieser Entwicklung müssen wir nun als Gemeinde leben. Unser besonderes Augenmerk gilt dabei der eigentlich vorrangigen Innenrenovierung der Kirche. Den Wettbewerb für die Chorraumgestaltung gewann der Münchner Künstler Joachim Hoppe. Wir hoffen zuversichtlich, daß wir durch die Turmgeschichte nicht zurückgeworfen werden und wie vorgesehen im nächsten Jahr damit beginnen dürfen. Weitere Opfer sind dabei nicht zu umgehen.

8.18 · KM 1991 / 1992

KM März 1991
KIRCHENRENOVIERUNG VOM BISCHÖFLICHEN ORDINARIAT GENEHMIGT!
Seit nahezu zehn Jahren beschäftigen sich Gemeinde und Kirchengemeinderat mit der Renovierung unserer Kirche. In dieser Zeit sind die Wände noch dunkler geworden. Erste, einfachste Planungen verliefen unbefriedigend. Domkapitular Tiefenbacher regte dann einen begrenzten Wettbewerb an, aus dem der junge Bildhauer Joachim-Maria Hoppe, München, als Sieger hervorging. Die Arbeit wurde seinerzeit in einer Gemeindeversammlung vorgestellt und angenommen. Als die Vorbereitungen der Arbeiten anliefen, kam der desolate Bauzustand des Turms dem Renovierungsvorhaben in die Quere. Aus Sicherheitsgründen mußte zuerst der Turm saniert werden. Zwei weitere Jahre vergingen. Durch Erlaß Nr. A 91/211 des BO wurde nun die Genehmigung zur Durchführung der Maßnahme erteilt, welche die Neugestaltung des Chorraums, die Innenrenovierung und eine neue Heizanlage umfaßt. Die Kostenschätzung des beauftragten Architekten Helmuth Michel aus Esslingen beläuft sich auf DM 1.700.000 DM. Die Gemeinde muß hiervon an Spenden DM 200.000 aufbringen. Dies ist eine beträchtliche Summe, doch vertrauen wir jetzt auf zahlreiche großherzige Spender. Silberne Sonntage, Aktionen, Wohltätigkeitskonzerte lassen auf weitere Bausteine hoffen. Für jede Spende sei schon heute ein herzliches Vergelt‘s Gott gesagt. Nach der Erstkommunion am 14. April beginnen die Bauarbeiten, von denen der Bau- und Verwaltungsausschuß schon eine Reihe von Gewerken vergeben hat. Die Gottesdienste finden während der Renovierung im Gemeindesaal statt.

KM Januar 1992
AUS DER ARBEIT DES KIRCHENGEMEINDERATES
In seinen Sitzungen am 11.11. und 8.12.1991 befaßte sich der KGR zur der Kirchenrenovation. Herr Architekt Michel erläuterte den Stand und Fortgang der Arbeiten. Nach Beendigung der Zimmer-, Gipser- und Malerarbeiten an Decke und Wänden wird derzeit das Innengerüst abgebaut. Die ursprünglich schön strukturierte, kräftige Holzdecke kommt wieder gut heraus und bringt sich prächtig zur Geltung. Die Elektroarbeiten gehen weiter, Bodenbelag- und Schreinerarbeiten schließen sich an. Altar, Tabernakel und Chorwandschmuck stehen in der Werkstatt des Künstlers fertig zum Versetzen. Der Termin der ALTARWEIHE steht auch fest: Bischof Dr. Walter Kasper selber kommt zur Altarweihe SAMSTAG, 21. März 1992, 17.00 Uhr. Zu einem Sonntagstermin stand vor Ostern leider kein Konsekrator mehr zur Verfügung. Wir freuen uns, daß unser Bischof damit zum erstenmal in unsere Gemeinde kommen wird. Kopfzerbrechen machen dem KGR natürlich auch die Kostensteigerungen in manchen Gewerken, die unvorhergesehen den Etat übersteigen. Der KGR vertraut nicht zuletzt auch der Spendengroßzügigkeit der Gemeindeglieder.

KM März 1992
"VOLLENDET IST DAS GROSSE WERK“
läßt J. Haydn in "Die Schöpfung" singen. Wir dürfen einstimmen. In Freude und Dankbarkeit schauen wir auf das nach allgemeiner Ansicht gelungene Werk. Heiter und freundlich, geweitet und erhaben stellt sich nun unsere Kirche dar. In einem festlichen Gottesdienst vollzog Bischof Dr. Walter Kasper die WEIHE DES NEUEN ALTARS, wobei ihm seine Kursgenossen Prälat Dr. Grocholl, Dekan Msgr. Kah, Pfarrer Herrman und Pfarrer Kraus assistierten. Für die musikalische Gestaltung gilt der herzliche Dank Frau Prof. Stitz und allen Organistinnen, der Schola und den Instrumentalisten. Ein besonderes Lob sprach der Bischof der Andreas-Kantorei aus.

Ein Vergelt‘s Gott sagen wir auch für den schönen Blumenschmuck in Kirche und Gemeindesaal. Einen besonderen Dank schulden wir auch unserer Mesnerin, Frau Müller, die sich unermüdlich abgeschafft hat, und allen fleißigen Helferinnen und Helfern. Auch dem Kirchengemeinderat und dem Bauausschuß sei herzlich gedankt. Zusätzliche Sitzungen und Besprechungen waren der Preis. Er hat sich gelohnt.

Beim FESTAKT durfte Herr Wiltafsky als 2. Vorsitzender des KGR herzlich den Bischof und zahlreiche Ehrengäste, Gemeindeglieder und Ehemalige begrüßen. Grußworte von Herrn Bezirksvorsteher Dickert, Herrn Pfarrer Stolz, den Pfadfindern und Herrn Dekan Kah fanden aufmerksames Gehör und ernteten lebhaften Beifall. Das Wort des Bischofs und der Dank von Pfarrer Kraus beschlossen den offiziellen Teil, der dann nahtlos in einen gemütlichen Teil überging.

8.19 · KM 2000 / St. Urban im Fokus 2014

Juli 2000
DIE RENOVIERUNG DER KIRCHE BEGINNT!
Mit der Einrüstung des Turms und der Apsis und mit den Arbeiten am Fundament der Kirche kann der erste Planungsabschnitt der Renovation beginnen: Steinmetzarbeiten und Sanierung von Turm und Dach. In der Kirche werden Sie in nächsten Zeit dazu Information finden.
Zur Finanzierung der Kosten wird derzeit ein Förderverein gegründet.

2014 (St. Urban im Fokus – Nachfolgeblatt der Kirchlichen Mitteilungen, nun für St. Franziskus & St. Markus, St. Christophorus und St. Johannes)
Umgestaltung Altarraum St. Franziskus
Mitte Juni wird es eine behutsame Umgestaltung des Altarraums in der Obertürkheimer Pfarrkirche St. Franziskus geben:
Auf Vorschlag des Kirchengemeinderates sollen die Größe des Altarraumes voll genutzt werden und die liturgischen Orte in unserer Kirche deutlicher sichtbar werden. Das Zentrum der gesamten Kirche bildet der Altar, an dem Eucharistie gefeiert wird.
Der Priester- und Vorstehersitz und die Plätze der Ministranten, Lektoren und Eucharistiehelfer werden auf die bisherige „Marienseite" wechseln.
Die Figur der Gottesmutter hingegen wird auf die Seite des Ambos, dem Ort der Verkündigung der Heiligen Schrift, wandern So ist der Ort der Verkündigung und die Darstellung Mariens auf der „Sakristeiseite" und beide Elemente ergänzen sich so „Und das Wort ist Fleisch geworden "(Joh 1,14) Das Wort Gottes wird durch Maria Mensch und spricht zu uns heute.

Impressum

Stuttgart-Obertürkheim · Kirche St. Franziskus fotografiert im April 2021 - 87 Bilder
Herzlichen Dank an Frau Petra Passow - Pfarrbüro St. Franziskus - für die freundliche Hilfe und Recherche nach Dokumenten und Bildern.
Auf www.kirchen-online.com veröffentlicht am xx.10.2021 SDG
(c) 2021 Foto-Kunst Andreas Keller
Links zuletzt überprüft am 12.08.2021

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