Stgt-Freiberg · St. Laurentius

Die Kirche wird auf der Website der Kirchgemeinde leider gar nicht beschrieben, auch andernorts ist im Internet nichts zu finden, außer bei

www.kirchbau.de und kleinekirchen

Erbaut wurde sie 1972/73 von Architekt Jörg Herkommer (1923 - 2017) - Ausstattung vor allem durch den Künstler Johannes Raphael Potzler (erst 20 Jahre später) - s.u.. Zur Einweihung erschien eine kleine Broschüre, in welcher zu finden ist:

Inhalt

Allgemeine Hinweise · Links
1 · Außen
2 · Innen Überblick
3 · Innen Details
4 · Kreuzweg
Impressum

Kirche und Gemeindezentrum aus der Sicht des Architekten

Der über der Grundrißfigur eines modulierten Achteckes entwickelte Kirchenraum läßt die Gemeinde beinahe halbkreisförmig um den Tisch des Opfermahles geschart sein. Der wuchtige Altar steht zentral im Blickpunkt der Gemeinde. Der Ort der Wort-Verkündigung ist den liturgischen Erkennt-nissen gemäß eng dem Ort des Mahles zugeordnet. Vom Haupteingang direkt zugängig, dennoch aber mit dem Kirchen- und Altar-raum räumlich zusammenhängend, ist die Werktags- und Taufkapelle ausgewiesen. Für die Sänger und Orgel wurde im rückwärtigen Teil ein eigener, um wenige Stufen nur leicht erhöhter Bereich gebildet. Die Sänger bleiben damit Teil der das Opfermahl feiernden Gemeinde. Der Kirchenraum staffelt sich höhenmäßig von der hinteren, niederen Verkehrszone in mehreren, ver-schieden hohen Raumzonen bis zum höchsten Raumteil über dem Altar-bereich. Unter Ausnutzung der „Stufenwände" unterstreicht die Lichtführung diese Raumentwicklung zum Altarbereich, in dem von der gering belichte-ten niederen Verkehrszone bis zum stark belichteten Altarraum eine Steigerung des Lichteinfalles erfolgt. Lichtführung und räumliche Höher-Staffelung bewirken die eindeutige Zentrierung auf den Altarbereich. Die sehr behutsam auf den Raum abgestimmten, zurückhaltend schönen Fenster wurden von Professor Rudolf Hagele entworfen und von den Glaswerkstätten Wilhelm Derix ausgeführt.

Der Gemeindesaal wird über eine geräumige Vorhalle betreten. Eine große Faltwand ermöglicht seine Aufteilung in zwei verschieden große Räume für kleinere Veranstaltungen, wobei der größere Raumteil mit der Bühne und der Teeküche verbunden bleibt.

Für die Jugend sind im Sockelgeschoß unter dem Gemeindesaal vier Gruppenräume, ein Werkraum, ein Mehrzweckraum und eine gesellige Kaminecke vorhanden. Der Zugang zu diesen Räumen erfolgt über den Max-Brod-Weg. Über eine innen gelegene Treppe besteht jedoch eine Verbindung zum Foyer des Gemeindesaales, wodurch verschiedene gemeinsame Nutzungsmöglichkeiten für Saal, Foyer und Jugendräume geboten sind. Im Kindergarten sind drei Gruppenräume mit zwei Spiel-räumen, die zugehörigen Garderoben, eine Teeküche, ein Isolierraum, ein Raum für die Leiterin und die erforderliche Nebenräume so angeordnet, daß durch kleine Raumgruppen und eine reich gegliederte, insgesamt großzügi-ge Hallenzone sowohl dem kindlichen Maßstab Rechnung getragen als auch eine vielfältige Nutzung der einzelnen Räume ermöglicht wurde. Trotz der relativ kleinen Grundstücksgröße gelang es, einen Spielgarten anzu-legen, der von Gartenarchitekt Jürgen Seewald nicht nur sehr praktisch, sondern auch besonders reizvoll gestaltet ist.

Jörg Herkommer

Kirchen können keine städtebaulichen Dominanten mehr sein. Schon die Tatsache, daß unsere Kirchen heute beinahe immer als ein Teil — wenn auch natürlich der bedeutsamste Teil - von Gemeindezentren gebaut werden, deutet auf das andere Verständnis der Kirche und ihrer Funktion gegenüber früheren Zeiten hin. Infolge der vielen Auflösungs-erscheinungen, denen die bisherigen Formen menschlichen Zusam-menlebens ausgesetzt sind, sowie der Fülle von Aufgaben und Problemen der modernen Gesellschaft, wird heute besonderer Wert auf eine möglichst weitgehende Integration der Kirchen und ihrer Wirkungsstätten in das allgemeine Leben der weltlichen Gemeinden gelegt. Die Voraussetzungen zu einer dementsprechend engen Einbindung in den zentralen Lebensbereich des jungen Stadtteils Stuttgart-Freiberg waren dankenswerter Weise durch die Planung von seiten des städtischen Planungsamtes gegeben. Außer der grundsätz-lichen Zuordnung des Grundstückes zum Ladenzentrum, der Fuß-gängerzone und der Fußgängerbrücke sowie den einzelnen Verbin-dungswegen und -Straßen, waren zu Beginn der Planung auch die Einzelmerkmale der architektonischen Gestaltung des Ladenzentrums und des staffelförmig ansteigenden „Apollo"-Hochhauses, als den beiden direkt angrenzenden Gebäudemassen, bekannt. Es war daher wesentliche, mitbestimmende Aufgabe des für die Kirche und das Gemeindezentrum im Jahre 1968 ausgelobten Wettbewerbes, die einzelnen Baukörper räumlich und massenmäßig auf die anschließende Bebauung abzustimmen.

Die Planung der ganzen Gebäudegruppe und ihrer Einzelteile erfolgte daher weitgehend unter Berücksichtigung der vorgenannten Gegeben-heiten. Die stark plastisch gestaltete Gebäudemasse der Kirche ist kontrapunktisch zum Hochhaus, dicht an die äußerste Grundstücks-grenze an der Adalbert-Stifter-Straße gerückt. Gemeindesaal und Kindergarten bilden ein flaches, eingeschossiges Bindeglied zum Hochhaus. Der Kirchhof ist Teil der allgemeinen Fußgängerzone. An ihm liegen die beiden Eingänge zur Kirche und die Eingänge zum Kindergarten und Gemeindesaal. Auf der gegenüberliegenden Seite bildet das Ladenzentrum den Raumabschluß dieser gärtnerisch gut gegliederten Platzanlage. Ein zwischen Kirche und Gemeindesaal durchführender, überdeckter Treppenaufgang verbindet diese Platz-anlage und den damit zusammenhängenden Fußgängerbereich mit dem Wohnbereich südöstlich des Max-Brod-Weges.

Da ein Kirchturm fehlt - nur ein Kreuz auf dem Dachfirst gen Westen - bemerkt man die Kirche kaum. Durch umliegende hohe Bebauung verschwindet sie in einem Häuser-Beton-Meer und gibt sich nur vom kleinen Kirchplatz aus zu erkennen.

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1 · Außen

2 · Innen Überblick

Das Kirchenschiff ist ein Achteck, an der Nordseite eine Marienkapelle offen angefügt.
2.01 - 2.06: Übersicht - zum Altar
2.07 - 2.09: vom Chor nach Westen
2.10: Blick vom Chor zur Marienkapelle
2.11: Blick vom Eingang in die Marienkapelle - Bronzefigur Maria mit Kind
2.12: Taufstein / Marienfigur / Holzfigur
2.13 + 2.14: Decke über dem Altarraum

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3 · Innen Details

Die Ausgestaltung des Innenraums hatte der Künstler Johannes Raphael Potzler übernommen (außer Tabernakel).

3.01 - 3.04: Altarraum
3.05 + 3.06: Tabernakel (Julius Schramm)
3.07 - 3.12: Christus (J. R. Potzler - 1992)
3.13: Ambo (J. R. Potzler - 1993)
3.14 - 3.17: Kerzenleuchter
3.18 - 3.20: Vortragekreuz
3.21: Taufbecken (auch von J. R. Potzler - 2013)
3.22 - 3.24: Maria mit Christuskind (Bronzefigur - (J. R. Potzler - 1993))
3.25: Marienfigur rechts des Taufbeckens (s.u.)
3.26: Christusfigur rechts der Maria (s.u.)
3.27: Orgel
3.28 - 3.31: Namenspatron der Kirche

Informationen zu 3.25 und 3.26 von Msgr. Herbert Schmucker (ehemals an St. Maria Stuttgart) und Gabriele Albutat (Kirchgemeinderätin St. Laurentius):
Bei der Marienfigur (3.25) handelt es sich um eine Darstellung der Marienerscheinung in Fatima. Die Gemeinde nennt sich ja auch "Nossa Senhora de Fátima". Grund für den Ortswechsel dieser Gemeinde von St. Maria nach St. Laurentius war, dass Gemeindehaus, Pfarrhaus und Familienzentrum von St. Maria in der Fangelsbachstraße ca. 2014/15 abgerissen wurde und ein Neubau für das Familienzentrum gebaut wurde und von der "Bietigheimer Wohnbau" dort Wohnungen erstellt wurden. Die portugiesische Gemeinde benutzte bis dahin die Räume des Gemeindehauses insbesondere für ihre Kinderkatechese am Samstag und Sonntag. Dies findet nun - seit 2015 - in den Räumen von St. Laurentius statt.
Die Holzfigur (3.26) wurde von dem damaligen Pfarrer Gangolf Kaiser erworben (die genauen Hintergründe sind nicht bekannt). in der Zeit der „Klein Laurentius Gemeinde“, sie stellt den gekreuzigten Jesu dar. Sie war lange auch als einziges Kruzifix in der späteren Kirche St. Laurentius .

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4 · Kreuzweg

An der Westwand ist ein künstlerisch besonders hochwertiger Kreuzweg angebracht, ebenfalls von Johannes Raphael Potzler. Friedrich Fuchs hat ihn - insbesondere die 11. Station - auf der Website Kunstsammlungen des Bistum Regensburg in der Rubrik "Kunstwerk des Monats Juni 2009" sehr einfühlsam beschrieben.

In der Diashow sind die meisten der 14 Stationen mit 2 Blickwinkeln dargestellt, manche sogar mit drei - gekennzeichnet durch Stationsnummer & Kleinbuchstaben. (Klick ins Bild unten startet die Diashow - insgesamt 29 Bilder). Die korrespondierenden Bibelstellen und -texte finden Sie hier (Übernahme von Stgt-Hedelfingen St. Markus).

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Impressum

Stgt-Freiberg · Kirche St. Laurentius fotografiert 17.05.2020 - 87 Bilder
Auf www.kirchen-online.com veröffentlicht am 01.06.2020 SDG - zusätzliche Informationen habe ich dankenswerterweise im Spätsommer 2020 von Frau Gabriele Albutat erhalten.
(c) 2020 Foto-Kunst Andreas Keller

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